Letztes Update am Mo, 11.03.2019 10:17

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kärnten

Kärntner sollen Mafia mit Hunderten Waffen beliefert haben

Die Staatsanwaltschaft in Neapel ermittelt offenbar gegen zwei Kärntner, weil sie im großen Stil Waffen an die Mafia in Süditalien geliefert haben sollen. Die Waffen kamen offenbar bei drei Mordanschlägen zum Einsatz.

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© APA/HERBERT NEUBAUER(Symbolfoto)



Klagenfurt – Ein Kärntner und sein Sohn sind derzeit im Würgegriff der Justiz: Gegen die beiden Männer wird nicht nur im Inland wegen Waffenhandels ermittelt – laut einem Bericht der Kleinen Zeitung ist auch die italienische Staatsanwaltschaft hinter den beiden Waffenhändlern her.

Es dürfte wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis die beiden Verdächtigen wieder ins Gefängnis wandern, aus dem sie Erst Ende Februar entlassen wurden. Laut Kleiner Zeitung sien die beiden dort seit Dezember in Untersuchungshaft gesessen, weil sie des illegalen Waffenhandels verdächtigt worden waren.

Der konkrete Vorwurf: Vater und Sohn – für sie gilt die Unschuldsvermutung – sollen aus dem ehemaligen Jugoslawien Waffen angekauft, in einer Werkstatt bearbeitet und weiterverkauft haben. Insgesamt 150 bis 200 Maschinenpistolen und Sturmgewehre sollen so in den vergangenen Jahren in Umlauf gekommen sein.

In den kommenden Wochen soll Strafantrag gegen die Kärntner eingebracht werden, sie wurden unter Auflagen aus dem Gefängnis entlassen und zeigten sich zu den Vorwürfen geständig.

Lieferung an die Mafia

Wegen eines prominenten Kunden-Kartells ist jetzt aber nicht nur die heimische sondern auch die italienische Justiz hinter den Waffenhändlern her: Sie sollen die Mafia in Süditalien, die neapolitanische Camorra, mit Hunderten Waffen beliefert haben. Das berichtet die Tageszeitung Il Mattino.

Demnach sollen die Kärntner gestanden haben, 600 Gewehre und Pistolen aus Balkan-Ländern an die kriminelle Vereinigung verkauft zu haben. Die Waffen sollen sogar bei drei Mordanschlägen verwendet worden sein. Ins Rollen kamen die Ermittlungen durch einen festgenommenen Italiener, der persönlich Kontakt zu den Kärntnern gehabt haben soll. Der Staatsanwaltschaft Klagenfurt liegt zum Haftbefehl aus Italien laut der Kleinen Zeitung noch nichts vor. Ob die Kärntner überhaupt an Italien ausgeliefert werden wird sich wohl erst nach Ausgang des Verfahrens in Österreich zeigen. (TT.com)