Letztes Update am Mi, 13.03.2019 07:44

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck-Land

Burschen in Telfer Wohnung überfallen: Fall bleibt rätselhaft

Nach dem mysteriösen Überfall in Telfs am Montagabend leitete die Polizei eine Großfahndung ein. Dabei kam es zu einer Festnahme. Der Beschuldigte bestreitet nun jeden Zusammenhang mit dem brutalen Raub.

In Telfs wurde sofort eine Alarmfahndung eingeleitet.

© Zeitungsfoto.atIn Telfs wurde sofort eine Alarmfahndung eingeleitet.



Von Thomas Hörmann

Telfs – Was geschah am Montagabend wirklich in einer Telfer Wohnung? Auch nach der vorübergehenden Festnahme eines Beschuldigten (die TT berichtete) beschäftigt diese Frage die Polizei. Denn der 19-Jährige bestreitet vehement, in irgendeinem Zusammenhang mit dem Verbrechen zu stehen. Im Gegensatz zu den beiden Opfern, die den Telfer erkannt haben wollen.

Es war um 18.35 Uhr, als bei der Polizeiinspektion Telfs der Notruf einging. Sie seien von zwei maskierten Männern in der Wohnung überfallen, mit einem Messer und einer Faustfeuerwaffe bedroht worden, schilderten zwei einheimische Burschen (18 und 19 Jahre) dem Beamten am anderen Ende der Leitung. Weiters gaben die Opfer an, die Täter hätten die Wohnung nach Bargeld durchsucht, aber lediglich 35 Euro erbeutet. Dann seien die Räuber geflüchtet.

Der Auftakt für eine Großfahndung: „Wir haben alle verfügbaren Kräfte in Telfs zusammengezogen“, erzählt Christoph Kirchmair, stv. Polizeikommandant im Bezirk Innsbruck-Land. Die Suche nach den beiden vermeintlichen Räubern endete relativ rasch mit einem Teilerfolg. 40 Minuten nach dem Notruf konnten die Beamten einen ebenfalls 19-jährigen Telfer in dessen Wohnung ausfindig machen und festnehmen. Ermöglicht wurde der schnelle Fahndungserfolg nicht zuletzt auch durch die beiden Opfer, die den 19-Jährigen trotz Maskierung mit einer Sturmhaube erkannt haben wollen. Und zwar „an den Augen und an der Stimme“, schildert Kirchmair.

Die Beschreibung des zweiten ebenfalls maskierten Täters fiel deutlich dürftiger aus: Die Opfer gaben vor allem an, dass der Komplize größer als der Hauptverdächtige ist. Obwohl auch zwei Diensthunde zum Einsatz kamen, konnte der Räuber durchs Fahndungsnetz schlüpfen.

Ob der vorübergehend festgenommene 19-Jährige tatsächlich für den Raub verantwortlich ist, steht noch nicht fest. Tatsache ist, dass die Beamten in der Wohnung des Verdächtigen weder die Faustfeuerwaffe noch das Messer bzw. die Sturmhaube sicherstellen konnten. Dazu kommt, dass der Telfer mit dem Überfall nichts zu tun haben will. So kam es, dass die Beamten den Verdächtigen nach der Einvernahme wieder auf freien Fuß setzten. Eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft als mutmaßlicher Räuber wird dem 19-Jährigen dennoch nicht erspart bleiben.

Die Beamten versuchen jetzt, den flüchtigen Räuber doch noch auszuforschen. Außerdem sind die Ermittler auf der Suche nach dem Motiv für den Überfall. So wird auch überprüft, ob zwischen den Opfern und dem Verdächtigen eine Verbindung besteht.