Letztes Update am Mi, 13.03.2019 08:34

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Oberösterreich

Prüferin bei Sprachtest bestochen: 54-Jährige in Linz vor Gericht

Laut Landesgericht Linz zeigte das Stadtpolizeikommando Linz über 110 solcher Fälle an. Offenbar wurden Kandidaten aus ganz Österreich zu diesen Sprachprüfungen nach Linz vermittelt.

Symbolfoto.

© BöhmSymbolfoto.



Linz – Am Freitag muss sich eine 54-Jährige vor dem Landesgericht Linz verantworten, die als Kandidatin bei einer Sprachprüfung vor dem österreichischen Integrationsfonds die Prüferin bestochen haben soll. Sie soll der Frau 400 Euro gegeben und dafür im Jänner 2016 konkrete Prüfungsfragen mitgeteilt bekommen haben. Die Frau ist wegen Bestechung und Urkundenunterdrückung angeklagt.

Die für diese Sprachprüfungen zertifizierte Prüferin soll zudem laut Anklage falsche Angaben im Multiple-Choice-Test korrigiert und der 54-Jährigen die Gelegenheit gegeben haben, einen Text in der Originalprüfung unter ihrer Anleitung neu zu verfassen. Die Beschuldigte ist geständig, behauptet aber, dass die Examinatorin ihr unentgeltlich geholfen habe. Beim Vorwurf der Bestechung und Urkundenunterdrückung drohen der 54-Jährigen bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe. Die Lehrerin wird in einem eigenen Verfahren verfolgt.

Laut Landesgericht Linz zeigte das Stadtpolizeikommando Linz über 110 solcher Fälle an. Offenbar wurden Kandidaten aus ganz Österreich zu diesen Sprachprüfungen nach Linz vermittelt. Betroffen sind mehrere Prüfer. Ihnen drohen im Fall eines Prozesses wegen Bestechlichkeit, Betrug und Amtsdelikten bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe. (APA)