Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.03.2019


Exklusiv

Innsbrucker wurde in 25 Stunden vom Raubopfer zum Verdächtigen

Am Rosenmontag wurde ein Innsbrucker als Raubopfer von der Polizei einvernommen, am Dienstag nach einem Taxiraub als Verdächtiger.

Blick auf die Innsbrucker Justizanstalt.

© BöhmBlick auf die Innsbrucker Justizanstalt.



Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Zuerst Raubopfer, dann mutmaßlicher Räuber: In nur 25 Stunden wechselte ein Innsbrucker von der einen auf die andere Seite des Gesetzes. Am vergangenen Montag wurde er ausgeraubt, am Dienstag versuchte er dasselbe mit einem Taxifahrer. Allerdings ohne Erfolg. Der Einheimische befindet sich in Untersuchungshaft.

Schauplatz des ersten Überfalls war die Sterzinger Straße in Innsbruck: Am Rosenmontag gegen 14.30 Uhr wollte ein betrunkener Einheimischer Cannabis von drei Männern kaufen. Allerdings scheiterte der Deal an den unterschiedlichen Preisvorstellungen. Der Innsbrucker bot 10 Euro, die Verkäufer wollten 20. Schließlich zog ein Drogenhändler ein Messer und nahm dem Kunden die Geldtasche samt Inhalt ab. Mit mehr als 100 Euro Beute ergriffen die Dealer die Flucht. Die Fahndung blieb ohne Ergebnis, die Identität der Täter konnte noch nicht geklärt werden.

Am Faschingsdienstag wurde der Innsbrucker erneut von Beamten der Innsbrucker Kripo einvernommen. Diesmal allerdings nicht als Opfer und Zeuge, sondern als Verdächtiger. Der Mann soll gegen 15.30 Uhr, 25 Stunden nach dem ersten Überfall, einen Taxilenker bedroht und beinahe ausgeraubt haben. Ein dilettantischer Versuch, der möglicherweise am erneut hohen Alkoholpegel des Beschuldigten scheiterte.

Zunächst war der Innsbrucker am Hauptbahnhof in das Taxi gestiegen. Der Fahrgast wollte in den Stadtteil Höttinger Au. Die Fahrt verlief problemlos. Doch anstatt den Fuhrlohn zu bezahlen, zog der Passagier beim Aussteigen angeblich ein Messer, bedrohte den Taxifahrer und forderte dessen Geldtasche. Trotz Schocks reagierte das Opfer schnell und sprang samt Geld aus dem Wagen. Der Betrunkene nahm die Verfolgung auf, konnte den Taxler aber nicht einholen. Also änderte er den Plan und wollte mit dem Taxi das Weite suchen. Aber auch Plan B scheiterte, weil der Innsbrucker mit dem Automatikgetriebe nicht zurechtkam. Auch das Opfer war keine Hilfe. Trotz Aufforderung unterließ es der Taxler, seinem Fahrgast die Funktionsweise des Autos zu erläutern. Also stieg der Betrunkene aus und spazierte nach Hause. Wenig später wurde er festgenommen.