Letztes Update am Do, 14.03.2019 06:27

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Todesstrafe droht

Malaysia lehnt Freilassung von mutmaßlicher Kim-Attentäterin ab

Während die eine Verdächtige am Montag überraschend freigelassen wurde, wird der anderen der Prozess gemacht: Der 30-jährigen Vietnamesin wird die Ermordung des Halbbruders von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un, Kim Jong-nam, vorgeworfen.

 Doan Thi Huong wird nach der Verhandlung abgeführt.

© AFP Doan Thi Huong wird nach der Verhandlung abgeführt.



Kuala Lumpur – Malaysia will einer mutmaßlichen Mörderin des Halbbruders von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un weiterhin den Prozess machen. Die Justiz des südostasiatischen Staates lehnte es am Donnerstag ab, die Vietnamesin Doan Thi Huong freizulassen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Bernama berichtete.

Die 30-Jährige hatte den Halbbruder von Nordkoreas Machthaber, Kim Jong-nam, im Februar 2017 zusammen mit einer Indonesierin bei einem Giftanschlag getötet. Ihre Mitangeklagte kam am Montag auf Bitten der indonesischen Regierung überraschend frei. Vietnam hatte sich nun dafür eingesetzt, dass auch die Vietnamesin nach Hause darf. Bei einer Verurteilung droht ihr die Todesstrafe.

Beide Frauen behaupten, dass sie nicht wussten, was sie taten. Angeblich dachten sie, dass sie für einen Fernsehscherz im Stil der „Versteckten Kamera“ einem fremden Mann Babylotion ins Gesicht drücken sollten. Tatsächlich handelte es sich dabei um ein Nervengift. Vermutet wird, dass der nordkoreanische Geheimdienst hinter dem Attentat steckt. (APA/dpa)

Die Anwälte der 30-jährigen Vietnamesin nehmen Stellung zur geplanten Fortführung des Verfahrens.
Die Anwälte der 30-jährigen Vietnamesin nehmen Stellung zur geplanten Fortführung des Verfahrens.
- AFP