Letztes Update am Mo, 18.03.2019 15:20

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

15-jährige Rebecca genau ein Monat vermisst: Bootseinsatz beendet

Suchaktionen, 1500 Hinweise und trotzdem keine heiße Spur: Die Polizei tappt im Fall der in Berlin verschwundenen 15-jährigen Schülerin weiterhin im Dunkeln.

Kriminaltechniker sichern Spuren auf dem Boden an einem Waldgebiet im Landkreis Oder-Spree.

© dpaKriminaltechniker sichern Spuren auf dem Boden an einem Waldgebiet im Landkreis Oder-Spree.



Berlin – Ihr Verschwinden liegt nun auf den Tag genau vier Wochen zurück – und das Schicksal der 15-jährigen Schülerin Rebecca gibt der Berliner Polizei immer noch Rätsel auf. Ermittler einer Mordkommission arbeiten rund 1500 Hinweise ab, die bislang aus der Bevölkerung eingingen, wie ein Polizeisprecher sagte.

Rebecca hatte sich am 18. Februar zuletzt im Haus ihrer Schwester und ihres 27 Jahre alten Schwagers im Berliner Ortsteil Britz aufgehalten. Sie kam an dem Morgen nicht zur Schule. Die Ermittler nehmen an, dass die Jugendliche das Haus nicht lebend verließ. Sie verdächtigen den Schwager, sie getötet zu haben. Er befindet sich in Untersuchungshaft. Die Polizei hat bereits mehrfach Wälder in Brandenburg durchkämmt und mit Spezialgerät untersucht – ohne Erfolg.

Neue Informationen voraussichtlich am Dienstag

Die Polizei suchte am Montag auf dem Wolziger See in Brandenburg. Zwei Ermittler der Mordkommission und Diensthundeführer mit zwei Hunden waren im Einsatz. Taucher wurden vorerst nicht eingesetzt. Auch diese Aktion sei ohne Ergebnis beendet worden, sagte eine Polizeisprecherin. Wie es weitergeht, stehe noch nicht fest. Neue Informationen lägen voraussichtlich am Dienstagmorgen vor.

In Waldstücken nahe dem Wolziger See hatte die Polizei bereits nach der vermissten 15-Jährigen gesucht. Das Gewässer liegt in der Nähe der Autobahn 12 Berlin-Frankfurt (Oder). Dort war das Auto des tatverdächtigen Schwagers von Rebecca am Morgen von deren Verschwinden sowie am Folgeabend erfasst worden war.

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Spürhund-Expertin: Suche nach Rebecca an Autobahn kaum

Die Suche der Berliner Polizei mit Mantrailer-Hunden nach Spuren der vermissten Rebecca an der Autobahn kann nach Ansicht einer Expertin kaum zum Erfolg führen. „Die Suche entlang der Autobahn sehe ich sehr, sehr kritisch und ich traile jetzt seit 20 Jahren“, sagte die Mantrailer-Ausbilderin und -trainerin Karina Kalks aus Österreich am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Sie und ihre Kollegen würden Hunde viel in sogenannten Blindversuchen testen. „Wir suchen mit unseren Hunden Personen, die sich entfernt haben, ohne dass wir wissen wohin“, erklärte sie. „Jemanden zu Fuß wegzuschicken oder mit dem Fahrrad funktioniert sehr zuverlässig, allerdings nicht hundertprozentig. Einer Person zu sagen, fahr mit dem Auto weg und wir finden dich, hat bei uns noch nie funktioniert, wirklich noch nie. Und ich behaupte mal: Meine Hunde sind nicht die dümmsten.“

Kalks fügte hinzu: „Was soll aus einem geschlossenen Fahrzeug durch die Lüftung nach außen dringen? Dazu kommen noch der Fahrtwind auf der Autobahn und die Verwirbelungen. Über welche Zahl von Geruchspartikeln sprechen wir, die ein Hund noch aufnehmen soll? Ich bin überzeugt von der Hundenase, aber ich glaube nicht, dass sie zaubern können.“

Rebecca verschwand vor genau vier Wochen am 18. Februar. (dpa)