Letztes Update am Mi, 20.03.2019 22:33

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Luftfahrt

FBI schließt sich Ermittlungen wegen Boeing-Zulassung an

Die US-Bundespolizei hat sich den Ermittlungen zu Boeings Unglücksflieger 737 Max angeschlossen und soll mit ihren beträchtlichen Ressourcen die bereits laufende Untersuchung unterstützen.

Trümmer der abgestürzten Ethiopian-Maschine.

© AFPTrümmer der abgestürzten Ethiopian-Maschine.



Seattle, Addis Abeba – Das FBI hat sich laut einem Zeitungsbericht strafrechtlichen Ermittlungen im Zusammenhang mit der Zulassung von Boeings Unglücksflieger 737 Max angeschlossen. Die Bundespolizei solle mit ihren beträchtlichen Ressourcen die bereits laufende Untersuchung des Verkehrsministeriums unterstützen, schrieb die Seattle Times am Mittwoch unter Berufung auf Insider.

Die Ermittlung werde vom Verkehrsministerium durchgeführt, aber von der strafrechtlichen Abteilung des Justizministeriums überwacht. Die US-Verkehrsministerin Elaine Chao hatte am Dienstag angeordnet, dass ihr Ministerium überprüft, ob bei der Sicherheits-Zertifizierung der neuen Boeing-737-Max-Flugzeuge im Jahr 2017 alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

Der Generalinspekteur des Ministeriums solle den Fall untersuchen. Über Ermittlungen des Justizministeriums hatten zuvor bereits andere US-Medien wie das Wall Street Journal unter Berufung auf Insider berichtet. Das Ministerium bestätige oder dementiere solche Ermittlungen prinzipiell nicht, sagte ein Sprecher.

Steuerungssoftware MCAS im Fokus

Nach zwei Flugzeugabstürzen in weniger als einem halben Jahr wird die Zulassung von Boeings 737 Max Jets durch die US-Luftfahrtbehörde FAA inzwischen mit großem Argwohn betrachtet. Skepsis ruft vor allem die Freigabe der umstrittenen Steuerungssoftware MCAS hervor, die laut Unfallermittlern eine entscheidende Rolle beim Absturz einer 737 Max 8 Ende Oktober in Indonesien spielte und auch beim jüngsten Crash einer solchen Maschine in Äthiopien als mögliche Ursache gilt. Bei den beiden Abstürzen waren insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen. (APA/dpa)