Letztes Update am Mo, 25.03.2019 13:55

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck-Land

Schüler zogen aus Langeweile in Wattens Spur der Verwüstung

Vier Kinder und Jugendliche im Alter von zehn, zwölf, 13 und 14 Jahren wurden nach einer regelrechten Vandalismus-Tour am vergangenen Wochenende von der Polizei ausgeforscht. Die Burschen haben einiges auf dem Kerbholz, der Gesamtschaden liegt bei rund 20.000 Euro.

Auf die Eingangstür der Volksschule Wattens sprühten die Täter u. a. Nazi-Symbole.

© ZOOM.TIROLAuf die Eingangstür der Volksschule Wattens sprühten die Täter u. a. Nazi-Symbole.



Wattens – Der Jüngste ist erst zehn Jahre alt: Drei Burschen wurden nach der massiven Sachbeschädigung, die am vergangenen Wochenende in Wattens an verschiedensten Standorten – darunter einer leerstehenden Villa und der Volksschule im Ort – entdeckt worden war, ausgeforscht. Ein weiterer Jugendlicher wird von den anderen belastet, von ihm liegt aber noch keine Aussage vor.

Bei einer Villa in Wattens wurden Fenster und die Inneneinrichtung zerstört.
Bei einer Villa in Wattens wurden Fenster und die Inneneinrichtung zerstört.
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Am vergangenen Wochenende hatten die Schüler für Schlagzeilen gesorgt: Sie hatten nicht nur eine leerstehende Villa im Albert-Troppmair-Weg mit blinder Zerstörungswut verwüstet, sondern auch im Ortszentrum von Wattens mehrere Sachbeschädigungen angerichtet. So besprühten sie die Außenfassade der Volksschule mit Haken-Kreuzen und Nazi-verherrlichenden Sprüchen und brachen einen Baucontainer auf.

Haupttäter sind zehn und zwölf Jahre alt

Laut dem zuständigen Sachbearbeiter der Polizei Wattens werden die beiden Jüngsten als Haupttäter geführt: Die Einheimischen sollen am Samstag in die Villa eingestiegen sein und dort mit Spaltäxten auf das Mobiliar eingeschlagen haben. Sie zertrümmerten Möbel sowie andere Einrichtungsgegenstände und hinterließen das pure Chaos. Alleine in dem Haus entstand ein Sachschaden von 15.000 Euro. Dann dürften die Burschen weitergezogen sein. „Die Tour ging dann von Kreuzbichl in Richtung Wattens, wo sie mit rotem Lack die Volksschule besprüht haben. Anschließend haben sie auch noch einen Baucontainer aufgebrochen und einen Feuerlöscher leergespritzt. Dabei hat sie dann eine Passant beobachtet“, schildert ein Wattener Polizist. Der Mann wollte die Kinder zur Rede stellen, daraufhin ergriffen sie die Flucht. Der Zeuge konnte allerdings eine gute Beschreibung der beiden Schüler abgeben und verhalf der Polizei so zu einem raschen Fahndungserfolg.

Laut Polizei gingen die Täter mit Spaltäxten vor.
Laut Polizei gingen die Täter mit Spaltäxten vor.
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Bei den Ermittlungen stellte sich dann heraus, dass der Zehnjährige gemeinsam mit einem 14-Jährigen schon Tage vor dem Vandalenakt in die Villa eingestiegen war, um dort aus dem Keller verschiedenste Werkzeuge zu stehlen. „Bei einer freiwilligen Nachschau wurden diese Werkzeuge dann auch entdeckt. Die beiden waren dazu voll geständig“, so der Polizeibeamte. Der Zwölfjährige, der laut Polizei auch schon zuvor strafrechtlich auffällig war, hat nur ein Teilgeständnis abgelegt. Laut der vorhandenen Spuren dürfte er aber „dringend tatverdächtig“ sein. Zudem belasten die Vandalen noch einen vierten Burschen, der zumindest für kleinere Sachbeschädigungen verantwortlich gewesen sein soll. Das Motiv der Burschen ist übrigens so simpel wie schockierend: Pure Langeweile.

Insgesamt ist die Liste der Vorwürfe lang: Den Verdächtigen werden neun Sachbeschädigungen, drei Vergehen nach dem Verbotsgesetz, ein Einbruchsdiebstahl und eine schwere Sachbeschädigung vorgeworfen. Der Gesamtschaden liegt bei 20.000 Euro. Die Ermittlungen der Polizei laufen derzeit noch, einige Spuren müssen noch ausgewertet werden. Unter anderem wurden in der Villa auch Blutspuren entdeckt, weil sich die Täter verletzt haben dürften. Nach Abschluss der Erhebungen entscheidet die Innsbrucker Staatsanwaltschaft, wie es mit den Burschen weitergehen wird. Auf die Tiroler dürften aber auch Zivilklagen zukommen. (rena)

Auch andere Fassaden wurde mit Graffitis besprüht.
Auch andere Fassaden wurde mit Graffitis besprüht.
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