Letztes Update am Fr, 05.04.2019 08:11

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

Mann gab sich als seit Jahren verschwundener Bub aus

Die Angehörigen hatten sich Hoffnungen gemacht, ein seit 2011 verschwundenes Kind wiederzufinden. Nun stellt sich heraus: Bei dem Mann handelt es sich nicht um den Vermissten.

Das Foto zeigt den vermissten Timmothy Pitzen (l.) und wie dieser heute aussehen könnte.

© APA/AFP/National Center for MissDas Foto zeigt den vermissten Timmothy Pitzen (l.) und wie dieser heute aussehen könnte.



Chicago – In den USA hat sich ein junger Mann fälschlicherweise als ein vor acht Jahren verschwundener Bub ausgegeben. Die Bundespolizei FBI erklärte am Donnerstag, DNA-Tests hätten ergeben, dass es sich bei dem Mann nicht um den seit 2011 vermissten Timmothy Pitzen handle. Medienberichten zufolge soll der Mann 23 oder 24 Jahre alt sein – und nicht 14 Jahre, wie er selbst behauptet hat.

Der verstört wirkende Mann war Passanten am Mittwoch in einem Vorort von Cincinnati aufgefallen, in seinem Gesicht hatte er Blutergüsse. Der alarmierten Polizei sagte er, er sei Timmothy Pitzen, der 2011 im Alter von sechs Jahren verschwunden war. Er sei von zwei Männern mit Bodybuilder-Statur in einem Motel im Bundesstaat Ohio festgehalten worden, in dem Cincinnati liegt, habe aber entkommen können.

Das weckte bei Timmothys Angehörigen Hoffnungen, dass der seit acht Jahren verschwundene Bub wieder aufgetaucht sei. Von Timmothy fehlt seit 2011 jede Spur. Der damals Sechsjährige war in einem Vorort von Chicago von seiner Mutter von der Schule abgeholt worden.

Mutter hinterließ Zettel mit Nachricht

Drei Tage später nahm sich die Mutter in einem Motel das Leben. Neben ihrer Leiche lag ein Zettel, auf den sie geschrieben hatte, ihr Sohn sei in der Obhut von Leuten, die ihn „lieben und sich um ihn kümmern“. „Ihr werdet ihn nie finden.“ Ermittlungen ergaben, dass die Mutter zuvor mit ihrem Sohn 800 Kilometer zurückgelegt und unter anderem einen Zoo besucht hatte.

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Das FBI erklärte nun, die Behörden hätten Timmothy nicht vergessen und würden nach wie vor hoffen, ihn eines Tages wieder mit seiner Familie zusammenbringen zu können. „Leider ist dieser Tag nicht heute.“ Timmothys Großmutter sagte am Donnerstag, die letzten Entwicklungen seien „furchtbar“ gewesen. „Wir saßen auf glühenden Kohlen.“ (APA/AFP)