Letztes Update am Fr, 12.04.2019 07:11

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck

Pakistani nach sexuellem Übergriff in Innsbruck ermordet

Nach dem grausamen Mord in Innsbruck sind die offenen Fragen größtenteils beantwortet. Der Gastgeber, ein 22-jähriger Inder hat die Tat gestanden.

In einer Wohnung in dem Mehrparteienhaus wurde der 28-Jährige am Mittwoch getötet.

© zeitungsfoto.atIn einer Wohnung in dem Mehrparteienhaus wurde der 28-Jährige am Mittwoch getötet.



Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Warum wurde ein 28-jähriger Pakistan­i in der Nacht auf Mittwoch in einer Innsbrucker Wohnung ermordet und verstümmelt? „Vermutlich wegen eines sexuellen Übergriffs“, präsentierte Walte­r Pupp, Leite­r des Landeskriminalamtes, am Donnerstagvormittag die Lösung des Mordrätsels.

Schauplatz der Tat war eine Garçonnière in der Michael-Gaismair-Straße. Die Wohnung eines 22-jährigen Restaurantbetreibers, der mit seiner Partnerin (20) aus dem Stubaital, deren Freundin (21) und seinem pakistanischen Freund eine Party feierte. Sowohl der Gastgeber als auch die beiden Frauen sind indischer Abstammung.

Es sei reichlich Alkohol konsumiert worden, schildert Pupp den Ablauf des Dienstagabends. Als der 22-Jährige gegen drei Uhr die Toilette aufsuchte, „hörte er einen Hilferuf von einer der beiden Frauen“, wiederholte Pupp die Aussage des Verdächtigen. Der Grund für den Schrei war offenbar ein sexueller Übergriff des Pakistani. Als der Inder zurück ins Zimmer eilte, stand der Pakistani mit einem Küchenmesser in der Hand vor ihm. Ein Handgemenge war die Folge: Dabei sei der 28-Jährige gestürzt und habe sich dabei das Messer in den Bauch gerammt, erzählte der Gastgeber den Ermittlern. „In blinder Wut“, so Pupp, habe dieser dann auf den 28-Jährigen mehrfach eingestochen, ihm die Kehle aufgeschnitten, das Gesicht verstümmelt und dann auch noch die rechte Hand abgetrennt. „Weil das Opfer mit dieser Hand die Frau unsittlich berührt habe“, erklärt Pupp. Derzeit gebe es keine Hinweise, dass die Freundinnen an der Gewalttat beteiligt waren. Die Ermittlungen sind aber noch nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft hat für beide Frauen und den Hauptverdächtigen die Untersuchungshaft beantragt.

LKA-Chef Walter Pupp und Harald Baumgartner, Chef der Grenz- und Fremdenpolizei, bei der Pressekonfernz am Donnerstag.
LKA-Chef Walter Pupp und Harald Baumgartner, Chef der Grenz- und Fremdenpolizei, bei der Pressekonfernz am Donnerstag.
- zeitungsfoto.at

Das Opfer ist bereits amtsbekannt. Der 28-Jährige war 2014 für eine Serie von teils schweren sexuellen Übergriffen auf ein Dutzend Frauen in Innsbruck verantwortlich. Er wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, aber nach drei Jahren auf freien Fuß gesetzt und mit einem achtjährigen Einreiseverbot belegt. Der Pakistani hielt sich fortan in Norditalien auf, kehrte aber immer wieder als U-Boot nach Innsbruck zurück. So auch am Dienstag.

Die Spurensicherung nahm ihre Arbeit auf.
Die Spurensicherung nahm ihre Arbeit auf.
- zeitungsfoto.at

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