Letztes Update am Fr, 12.04.2019 11:37

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Kokain- und Amphetaminhandel in Tirol aufgeflogen: Vier Festnahmen

Ein 51-jähriger Ungar soll im großen Stil den Transport von Kokain und Amphetamin aus den Niederlanden nach Tirol organisiert haben. Auch für die Freundin des Mannes, einen mutmaßlichen Kurier und einen möglichen Zwischenhändler klickten die Handschellen.

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Kufstein, Innsbruck – Weil sie im großen Stil mit Kokain und Amphetamin gehandelt haben sollen, wurden in Tirol im Februar vier Personen festgenommen. Hauptbeschuldigter ist ein 51-jähriger Ungar, der im Bezirk Kufstein lebt. Er soll seit 2017 Abnehmer in Tirol und Ungarn mit großen Mengen der Drogen beliefert haben.

Die Ermittlungen begannen im September 2018. Zuvor waren mehrere anonyme Hinweise eingegangen. Gemeinsam mit der ungarischen Polizei fasste das Tiroler Landeskriminalamt den Ungarn ins Auge. Der Verdacht gegen den Mann erhärtete sich in den darauffolgenden Monaten: Am 10. Februar 2019 wurde ein 56-jähriger Österreicher unmittelbar nach dem Grenzübergang in Kufstein festgenommen. Im Kofferraum seines Fahrzeuges befanden sich 6,6 Kilogramm Amphetamin und etwa ein Kilo Kokain mit einem Straßenverkaufswert von insgesamt rund 199.000 Euro. Laut Polizei war insbesondere das Amphetamin von ausgesprochen guter Qualität. Der 56-Jährige gestand sofort, für den 51-jährigen Ungarn seit 2017 öfter mit dem Auto Drogen aus den Niederlanden nach Österreich gebracht zu haben.

Hauptverdächtiger und Freundin festgenommen

Der 51-Jährige musste später an diesem Tag dann statt der Drogenlieferung die Polizei in Empfang nehmen – er und seine 36-jährige ungarische Lebensgefährtin wurden an der gemeinsamen Wohnadresse im Bezirk Kufstein festgenommen. Geständig ist der Ungar nicht. Seine Freundin gab an, nichts vom illegalen Suchtgifthandel des 51-Jährigen gewusst zu haben. Sie steht dennoch im Verdacht, zumindest unterstützend involviert gewesen zu sein.

Mittlerweile klickten auch für einen Abnehmer der Drogen die Handschellen: Ein 38-jähriger in Innsbruck wohnhafter Ungar wurde am 13. Februar festgenommen. Er soll als eine Art Zwischenhändler fungiert haben und das Suchtgift im Raum Innsbruck weiterverkauft haben. Auch er ist nicht geständig.

Die drei verdächtigen Männer befinden sich derzeit in der Justizanstalt Innsbruck in Untersuchungshaft, lediglich die Lebensgefährtin des 51-Jährigen wurde wieder aus der Haft entlassen. Die Ermittlungen sind nach wie vor im Gange. (TT.com)