Letztes Update am Mo, 15.04.2019 08:50

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Syrien

Entführungsfall nach fünf Jahren publik: „Hoffnung, dass sie lebt“

Die Entführung einer neuseeländischen Rot-Kreuz-Mitarbeiterin in Syrien war bisher unter Verschluss gehalten worden. Es ist der längste Entführungsfall in der 156-jährigen Geschichte der Organisation.

Louisa Akavi wurde 2014 in Syrien entführt.

© AFPLouisa Akavi wurde 2014 in Syrien entführt.



Genf – Das Rote Kreuz hat sich zu einer bisher unter Verschluss gehaltenen Entführung einer Mitarbeiterin in Syrien geäußert. Die neuseeländische Krankenschwester sei bereits am 13. Oktober 2013 gemeinsam mit zwei syrischen Fahrern verschleppt und jahrelang von der Terrormiliz IS (Daesh) gefangen gehalten worden.

„Heute bitten wir öffentlich um Informationen über drei unserer Mitarbeiter, die 2013 in Syrien entführt wurden“, teilte Dominik Stillhart, Einsatzleiter beim Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK), am Sonntag in Genf mit. Dies sei der längste Entführungsfall in der 156-jährigen Geschichte der Organisation.

Um das Leben der 62-Jährigen zu schützen, seien bisher keine Informationen zu dem Fall öffentlich geworden. „In den letzten fünf Jahren haben die neuseeländische Regierung und das IKRK immer auf der Grundlage gearbeitet, dass (sie) am Leben ist. Und diese Hoffnung besteht noch immer“, sagte Neuseelands Außenminister Winston Peters.

Vier weitere Entführte rasch freigelassen

Die Krankenschwester habe seit Ende der 1980er Jahre für das IKRK gearbeitet. Mit sechs weiteren Menschen habe sie gerade Nachschub an medizinische Einrichtungen in Idlib geliefert, als sie entführt wurden. Vier Entführte seien rasch freigelassen worden.

„Nachdem der IS seine letzten Gebiete verloren hat, waren wir der Meinung, dass es jetzt an der Zeit ist, sich zu äußern“, sagte Stillhart. Ende März war die letzte syrische IS-Bastion gefallen. (APA/dpa)