Letztes Update am Mo, 15.04.2019 13:53

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


London

Insider hinter Drohnenattacke auf Flughafen Gatwick vermutet

Vor Weihnachten stand der Flughafen Gatwick mehr als einen Tag lang still – 140.000 Passagiere waren betroffen. Nun wird offenbar vermutet, dass ein Insider hinter der Attacke stehen könnte.

Die Sichtung einer Drohne führten dazu, dass der Flughafen Gatwick den Flugbetrieb einstellen musste. Jedes Mal wenn er wieder aufgenommen werden sollte, erschien die Drohne wieder.

© AFPDie Sichtung einer Drohne führten dazu, dass der Flughafen Gatwick den Flugbetrieb einstellen musste. Jedes Mal wenn er wieder aufgenommen werden sollte, erschien die Drohne wieder.



London – Für ganze 33 Stunden ging nichts mehr am Flughafen Gatwick – und das ausgerechnet kurz vor Weihnachten. Zwischen 19. und 21. Dezember musste der Flugbetrieb eingestellt werden. 140.000 Passagiere waren davon betroffen. Der Grund: Eine Drohne wurde mehrfach im Luftraum des Flughafens gesichtet.

Nun gibt es dazu offenbar neue Erkenntnisse. Flughafenchef Chris Woodroofe gab dem britischen TV-Sender BBC das erste Interview zu den Vorfällen. Daraus geht hervor, dass jemand mit Kenntnissen über die operativen Geschäfte des Flughafens hinter der Attacke vermutet wird. „Es war klar dass derjenige, der die Drohne gesteuert hat, eine Verbindung zu dem hatte, was im Flughafen vor sich ging“, so Woodrofe.

Der oder die Täter hätten entweder sehen können, was auf dem Rollfeld passiert oder den Funk abgehört und so darüber Bescheid gewusst wie der Flughafen handeln würde. Außerdem sei gezielt eine Drohne verwendet worden, die von dem Drohnenerkennungsgerät nicht gesichtet werden konnte.

Spekulationen, dass eigentlich gar keine Drohnen gesichtet wurden, erteilte Woodroofe eine Absage. Auch wenn es keine Fotos gebe, würden seien viele Sichtungen von Menschen gemeldet worden die er sehr gut kenne, denen er vertraue und die teilweise seit Jahrzehnten für den Flughafen arbeiten würden.

Trotz des Einsatzes großer Ressourcen und einer Belohnung von 50.000 Pfund wurde nach wie vor kein Schuldiger identifiziert. Die Polizei geht aktuell davon aus, dass die Ermittlungen noch mehrere Monate andauern könnten. (TT.com)