Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 17.04.2019


Exklusiv

Tiroler Firmenchef nach Razzia im Oberland in U-Haft

Ermittlungen im Oberländer Kokain-Milieu führten zu mehreren Festnahmen. Auch ein Unternehmer ist betroffen.

Symbolfoto.

© RehfeldSymbolfoto.



Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Drogenrazzia bei einer Firma, ein Unternehmer festgenommen: So lautet die Kurzversion der Gerüchte, die seit Wochen durchs Oberland geistern. Gerüchte, die mehr als nur ein Körnchen Wahrheit beinhalten, wie jetzt die Staatsanwaltschaft bestätigt. Tatsächlich wurden „im Raum Imst mehrere Personen festgenommen“, erklärt auf Anfrage der TT Thomas Willam, Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft. Dabei gehe es um den Verdacht des Handels und des Schmuggels von Kokain. Unter den Beschuldigten ist auch „der Chef einer Firma“, so Willam weiter.

Diese Firma, angesiedelt im Gewerbegebiet einer kleinen Oberländer Gemeinde, war vor etwa drei Wochen Schauplatz einer großen Polizeirazzia. Angeführt von Drogenfahndern des Landeskriminalamtes durchkämmten etwa 30 Beamte mit Suchhunden die Halle des Unternehmens. Der Einsatz endete mit der Festnahme des Chefs.

Die Razzia blieb in der Gemeinde nicht unbemerkt. Schon bald entstanden Gerüchte, dass die Firma für die Einfuhr von Kokain missbraucht worden sei. Genaugenommen soll das Suchtgift in Produktionsteilen versteckt gewesen sein, die aus Asien importiert wurden. Offenbar ein Märchen aus 1001 Nacht. Wie die Ermittlungen ergaben, dürfte das Kokain auf konventionellem Weg nach Tirol gekommen sein. Mit einem Kurier, der ebenfalls vor etwa drei Wochen festgenommen werden konnte. Der Schmuggler hatte mehrere hundert Gramm des weißen Pulvers in seinem Pkw versteckt. Und wie’s ausschaut, war der Kurier nicht zum ersten Mal mit der heißen Fracht in Richtung Oberland unterwegs gewesen.

Insgesamt sollen mittlerweile sechs Personen aus dem Raum Imst in der Innsbrucker Justizanstalt in Untersuchungshaft sitzen. Die Beschuldigten stehen im Verdacht, das Kokain weiterverkauft zu haben. Allerdings sind die Ermittlungen des Landeskriminalamtes noch nicht abgeschlossen – die Anzahl der U-Häftlinge könnte sich noch erhöhen. Die Abnehmer des Drogenrings sollen ebenfalls vorwiegend aus dem Oberland bzw. dem Raum Imst stammen. Die Anzahl der ausgeforschten Kunden ist noch unklar.


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