Letztes Update am Mi, 24.04.2019 12:10

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck

Überfall bei Tivoli-Parkplatz offenbar von Buslenker fingiert

Ende Februar gab ein 49-Jähriger an, in Innsbruck in einem Reisebus überfallen und in das WC gesperrt worden zu sein. Im Zuge der Ermittlungen verstrickte sich der Buslenker aber in immer mehr Widersprüche.

Den vermeintlich brutalen Übefall auf dem Tivoli-Parkplatz hat das vermeintliche Opfer wohl fingiert.

© zeitungsfoto.atDen vermeintlich brutalen Übefall auf dem Tivoli-Parkplatz hat das vermeintliche Opfer wohl fingiert.



Innsbruck – Es klang nach einem brutalen Überfall: Am 22. Februar meldete sich ein 49-jähriger Busfahrer bei der Polizei. Er sei auf dem Tivoli-Parkplatz von Unbekannten angegriffen, ausgeraubt und in ein WC gesperrt worden. Doch das war offenbar gelogen.

Nach der Aussage des Deutschen, der Eishockeyfans aus Kärnten nach Innsbruck gefahren hatte, habe ihm ein Unbekannter gegen 19 Uhr von hinten auf den Kopf geschlagen. Dann hätte ihn der Täter aufgefordert, im Bus nach hinten in das WC zu gehen. Die Tür sei dann versperrt bzw. zugehalten worden. Er habe noch einen zweiten Mann im Bus gehört, sagte der Buslenker damals aus. Aus Angst habe er dann gut eine Stunde in der Toilette ausgeharrt, ehe er Alarm schlug.

Die Unbekannten sollen drei Geldtaschen gestohlen haben. Deren Inhalt: ein niedriger vierstelliger Eurobetrag. Auch mehrere Handys und andere Gegenstände der Eishockey-Fans, die noch im Bus waren, hätten die Täter mitgehen lassen.

Vermeintlicher Raub nur fingiert

Zwei Monate und umfangreiche Ermittlungen später kam nun heraus: Die Räubergeschichte war offenbar nur erfunden. Der Verdacht habe sich erhärtet, dass das vermeintliche Opfer den Raub fingiert habe, teilte die Polizei in einer Aussendung am Mittwoch mit. Während der angeblichen Tatzeit haben sich demnach Zeugen vor dem Bus aufgehalten. Von einem Raub bemerkten sie aber nichts.

Zahlreiche Zeugen wurden sowohl in Tirol als auch in Kärnten einvernommen. Mit den daraus resultierenden Unregelmäßigkeiten und Widersprüchen konfrontierten die Ermittler den 49-Jährigen. Der Buslenker verstrickte sich bei weiteren Vernehmungen dann immer weiter in Widersprüche, bis er schließlich die Aussage verweigerte. Der Deutsche wird nun bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck wegen Vortäuschens einer Straftat angezeigt. (TT.com)