Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 08.05.2019


Bezirk Imst

Weniger Straftaten: Keine Waffenverbotszone in Imst

Trotz einzelner Aufsehen erregender Fälle habe sich die Sicherheit im Bezirk Imst dank professioneller Polizeiarbeit verbessert.

2018 war in Imst der Tod eines jungen Vorarlbergers zu beklagen, der durch einen Messerstich starb.

© Paschinger2018 war in Imst der Tod eines jungen Vorarlbergers zu beklagen, der durch einen Messerstich starb.



Von Thomas Parth

Imst – Tragische Fälle wie die Beziehungstat in Sautens mit anschließendem Suizid oder gar wie die als Mordfall geführte Messerstecherei in Imst werfen tiefe Schatten über das Jahr 2018. Dabei spiegeln diese medial sehr präsenten Fälle nicht die Realität der Kriminalitätsstatistik wider. Denn generell sei das Bezirkspolizeikommand­o Imst (BPI) froh über den allgemeinen Rückgang der angezeigten Straftaten. „Das zeigt, dass die Gesamtzahl der Straftaten rückläufig ist, was generell positiv ist“, bestätigt der stellvertretende Kommandant der BPI, Gert Pfeifer. Für ihn ist besonders erfreulich, dass die Aufklärungsquote um 6,2 auf 59,5 Prozent angestiegen ist. „Damit liegt der Bezirk im Tiroler sowie im österreichischen Spitzenfeld. Das spricht für die hohe Qualität der Polizeiarbeit“, findet Pfeifer lobende Worte für die professionelle Arbeit seiner Kollegen.

Was das Thema Körperverletzungen anbelangt, so seien auch diese rückläufig. „Allerdings muss man erkennen, dass die Gewaltbereitschaft ansteigt, und wenn es zu Gewalttaten kommt, dass diese meist massiv ausfallen“, zeigt Pfeifer kein Verständnis dafür, Waffen in der Öffentlichkeit mitzuführen. „Niemand muss ein Messer zu einer Veranstaltung mitbringen. Falls es zu einer Tätlichkeit kommt, wächst auch die Befürchtung, dass das Messer auch zum Einsatz kommt“, so Pfeifer. Eine Waffenverbotszone, wie sie in Innsbruck ausgerufen wurde, sei auch in Imst andiskutiert worden. „Aber so weit müssen wir hier in Imst noch nicht denken“, hält Pfeifer fest.

Gert Pfeifer lobt die Polizeiarbeit im Bezirk Imst.
Gert Pfeifer lobt die Polizeiarbeit im Bezirk Imst.
- Parth

Generell werde mehr im Internet eingekauft, wodurch auch die Cyber-Kriminalität zunehme. Die neue Gesetzgebung in Sachen „sexuelle Integrität und Selbstbestimmung“ sei prozentuell um 100 Prozent explodiert, doch mit insgesamt 60 Fällen halten sich diese strafbaren Delikte noch stark in Grenzen. „Wobei wir hier stark an Präventionsmaßnahmen mitarbeiten“, so Pfeifer. Probleme wie Cyber-Mobbing oder das Versenden von einschlägigen Fotos würden offensiv in Schulen bei Infoabenden für Eltern angesprochen.

Der jüngste, aufsehenerregende Suchtgiftfall im Bezirk sei Sache des Landeskriminalamtes. „Allerdings haben wir eine gute Gruppe, die sich besonders in der Aufklärung von Suchtmitteldelikten hervorgetan hat“, stellt Pfeifer die „intensive Ermittlungsarbeit“ in Imst in den Vordergrund. „In solchen Fällen muss man sich vom kleinen Konsumenten mühsam bis zur Spitze der Pyramide vorkämpfen“, weiß Pfeifer.




Kommentieren


Schlagworte