Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 09.05.2019


Gerichtssplitter

Betreuerin zweigte 15.000 Euro von Pensionistin für sich ab

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Zwei Menschen in Not waren im Herbst in Innsbruck zusammengetroffen. Die eine eine wohlhabende, aber betreuungsbedürftige Pensionistin, die andere eine 27-jährige, dreifache Mutter, die von keinem der Kindesväter Alimente erhält. So erledigte die 27-jährige Haushaltsführung und Einkäufe für die Dame. Irgendwann hatte die klamme Mutter dann angefangen, erst für die Pensionistin und dann noch für sich einzukaufen. Dies steigerte sich schon bald auf Einzelbestellungen mit der Karte der Betreuten. Dabei spielte dann Geld offenbar keine Rolle mehr. So durfte es auf fremde Rechnung auch ein Kinderwagen für 1500 Euro sein. Online-Bestellungen und Überweisungen auf das eigene Konto folgten. Mit einem Fehlbetrag von gefordert 15.000 Euro hatte es die 27-Jährige letztlich aber reichlich übertrieben. So sehr, dass der Bruder der Rentnerin stutzig geworden war und schließlich Anzeige erstattet hatte. Gestern am Landesgericht schien die wegen Untreue Angeklagte den Überblick verloren zu haben, gestand Richterin Helga Moser aber letztlich mindestens 10.000 Euro an ungerechtfertigten Entnahmen zu. Schon um Schadenersatz für das Opfer zu ermöglichen, fällte Richterin Moser mit zur Hälfte bedingten 1200 Euro Geldstrafe ein der Situation angemessenes Urteil.

Falschparken ließ im Dezember einen Rumänen mit gefälschten Papieren auffliegen. Erst spät kam heraus, dass die in Bulgarien bestellten Papiere allesamt auf den Bruder des gestern wegen Urkundenfälschung Angeklagten ausgestellt waren. Dessen Identität wollte der Arbeiter wohl verbergen, war er doch 1997 in Rumänien wegen Mordes verurteilt worden. „Das ist ja heute nichts im Vergleich", bemerkte die Richterin und verhängte 1200 Euro Geldstrafe. (fell)