Letztes Update am Fr, 10.05.2019 12:11

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Bedingte Haft und 10.500 Euro Strafe nach tödlichem Auffahrunfall in Telfs

Ende Jänner fuhr ein 32-Jähriger auf der Inntalautobahn (A12) bei Telfs auf den Wagen einer Pensionistin auf. Die Frau starb noch an der Unfallstelle. Jetzt wurde am Landesgericht das Urteil verkündet.

Das Unfallwrack, in dem die Frau ums Leben kam.

© zeitungsfoto.atDas Unfallwrack, in dem die Frau ums Leben kam.



Innsbruck – Knapp vier Monate nach einem tödlichen Unfall auf der Inntalautobahn (A12) musste sich am Freitag ein 32-Jähriger vor Gericht verantworten. Der Lenker war bei Telfs während eines Überholvorgangs auf das Heck eines Fiat Pandas aufgefahren. Dieser prallte gegen eine Betonleitwand und wurde gegen die Leitschiene geschleudert. Für die 76-jährige Lenkerin kam jede Hilfe zu spät.

Beim Prozess vor Richterin Helga Moser zeigte sich der Angeklagte in voller Reue geständig. Gleich zu Beginn entschuldigte er sich auch bei den Angehörigen für seinen tödlichen Fehler: „Ich bedauere es aus tiefstem Herzen.“

Zuvor musste sich der Unternehmer jedoch eine Standpauke von Richterin Moser anhören, hatte ihn doch zu seinem verwaltungsstrafrechtlichen Vorleben bei Gericht das Gedächtnis verlassen. Die Richterin hielt ihm dann 19 Strafen wegen Schnellfahrens und zu gereingen Abstands vor: „Mit Verkehrsvorschriften stehen sie auf Kriegsfuß. Sie sind ein notorischer Raser.“

Urteil wegen fahrlässiger Tötung

Gerade beim tödlichen Unfall spielte diese Angewohnheit keinerlei Rolle, war der 32-Jährige doch völlig vorschriftsmäßig auf der Überholspur gefahren. Wegen eines Steinschlags auf das Fahrzeug war er so erschrocken, dass ihm der Kuli aus dem Mund gefallen war. Der Fehler des eiligen Unternehmers: Er hatte sich während er Fahrt nach dem Schreibgerät gebückt und so das Fahrzeug nach rechts verrissen. Keine grobe Fahrlässigkeit für Verteidiger Harald Wille.

Dem pflichtete auch das Gericht bei und verhängte wegen fahrlässiger Tötung insgesamt acht Monate Haft. Die Strafe wurde auf drei Monate bedingte Haft und 10.500 Euro Geldstrafe aufgeteilt.

Die Richterin: „Solche Verfahren gehen auch an mir nicht spurlos vorbei. Sie sind auf den Wagen der Lenkerin ungebremst aufgefahren. Diese hatte nicht die Spur einer Chance. Ihre Reue, das Geständnis und die volle „Schadenswiedergutmachung“ hatte vor einer unbedingten Haftstrafe bewahrt.“ Das Urteil ist nicht rechtskräftig. (fell, TT.com)