Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.05.2019


Innsbruck

Starke Polizeipräsenz in Innsbruck zeigt Wirkung

Auch wenn sich die Verantwortlichen mit den bisherigen Maßnahmen zufrieden zeigen: Die Sicherheit bleibt eine große Herausforderung.

Zogen positive Bilanz über die gesetzten Maßnahmen im Sicherheitsbereich, wenngleich noch Arbeit vor ihnen liegt: Stadtpolizeikommandant Martin Kirchler, Vize-BM Franz Gruber und Amtsvorstand Elmar Rizzoli (v. l.).

© IKM/FreinhoferZogen positive Bilanz über die gesetzten Maßnahmen im Sicherheitsbereich, wenngleich noch Arbeit vor ihnen liegt: Stadtpolizeikommandant Martin Kirchler, Vize-BM Franz Gruber und Amtsvorstand Elmar Rizzoli (v. l.).



Von Denise Daum

Innsbruck – „Wir wollen zu einer der sichersten Städte der Welt werden. Und werden das auch“, rief Vizebürgermeister Franz Gruber gestern bei einem Pressegespräch zum Thema Sicherheit in Innsbruck aus. Die gesetzten Sicherheits- und Sozialmaßnahmen haben dazu schon einiges beigetragen: „Aber es gibt noch viel zu tun“, wie Gruber betont. Die größten Herausforderungen seien aktuell einerseits, „Ruhe und Ordnung im größeren Umfeld von Sozialeinrichtungen mit problematischer Klientel zu schaffen“. Stichwort Mentl­villa und Jugendzentrum Space. Zum anderen gelte es, „den internationalen Entwicklungen der Kriminalität entgegenzutreten“. Stichwort Gewalt- und Eigentumsdelikte sowie Drogenkriminalität.

Gerade bei Letzterer verbucht die Polizei einen Erfolg. Bei der so genannten kriminellen Nordafrikanerszene ist ein Rückgang zu verzeichnen, die Anzahl der Mitglieder derselben in der Landeshauptstadt konnte halbiert werden, weiß Stadtpolizeikommandant Martin Kirchler. Dies sei auf den Kontrolldruck, die starke Präsenz der Exekutive sowie die Installierung der Polizeiinspektion am Bahnhof zurückzuführen. Zudem wurden die Außerlandesbringungen von straffälligen Nordafrikanern in den vergangenen zwei Jahren massiv verstärkt. „Das hat schon eine abschreckende Wirkung“, erklärt Kirchler.

Die „härteste Nuss“, so Kirchler, seien EU-Bürger, die für Unruhe sorgen. Doch auch hier sind Erfolge zu verzeichnen: Aus dieser Gruppe wurden zuletzt 70 Personen außer Landes gebracht und mit einem Aufenthaltsverbot belegt. In diesem Zusammenhang stellt Kirchler klar, dass man niemanden „vom Fleck weg einsperren oder einfach mit dem Flieger wegtransportieren kann. So einfach ist es nicht. Hier sind ganz klar die Menschenrechte einzuhalten.“

Rund um Hotspots wie die bereits angesprochene Mentl­villa oder die Kapuzinergasse hat die Polizei die Präsenz verstärkt: „Wir haben dort im April drei Stunden täglich überwacht und kontrolliert“, betont Kirchler. Das habe dazu geführt, dass die Vorfälle stark zurückgegangen seien.

In diesem Bereich ist auch die Mobile Überwachungsgruppe (MÜG) unterwegs und kontrolliert etwa die Einhaltung des Alkoholverbots rund um die Mentl­villa. „In den vergangenen zwei Monaten haben wir dort 200 Kontrollen getätigt, bei zwei Dritteln davon haben wir keine Verletzung des Verbots feststellen können“, sagt Amtsvorstand Elmar Rizzoli.

Ein besonderer Erfolg sei die vor drei Monaten am Eingang zum Sozialamt installierte Sicherheitsschleuse. „Seitdem gab es am Amt keine Zwischenfälle, weder gegenüber den Mitarbeitern noch unter den Klienten im Wartebereich“, sagt Rizzoli.