Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.05.2019


Justiz und Kriminalität

Ehefrau erschlagen: Täter vor Gericht

Tödlicher Streit im Asylwerberheim Trientlgasse sorgte für politische Diskussionen: Prozess am 3. Juni.



Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Eine Auseinandersetzung zwischen einem 37-jährigen Syrer und seiner 23-jährigen Ehefrau hatte Ende Dezember im Innsbrucker Flüchtlingsheim Trientlgasse tödlich geendet. Der Asylwerber soll seiner Ehefrau nach Mitternacht mit bloßen Fäusten erst lebensbedrohliche Kopfverletzungen zugefügt haben. Noch am Tatort wurde die zweifache Mutter vom Notarzt erstversorgt. In der Klinik erlag die Syrerin jedoch in den Morgenstunden ihren schweren Verletzungen. Laut damaligen Polizeiberichten muss der 37-Jährige massiv auf seine Ehefrau eingeschlagen haben. „Wir gehen von körperlicher Gewalt aus. Es gibt derzeit keine Hinweise für den Einsatz einer Tatwaffe“, erklärte dazu das Landeskriminalamt (LKA).

Nach der Tat kletterte der Syrer auf den Außensims des Zimmers. Im Zuge eines Großeinsatzes von Polizei und Cobra konnte der Mann festgenommen werden.

Der Syrer zeigte sich damals noch am selben Tag bei seiner Einvernahme geständig. Auch ein Zeuge belaste laut LKA den 37-Jährigen. „Motiv der Tat dürfte Eifersucht gewesen sein“, so eine Ermittlerin. Nach weiteren Ermittlungen, Obduktion und Gutachten wurde nun Mordanklage gegen den Syrer erhoben. Auf Anfrage der TT bestätigte LG-Vizepräsident Andreas Stutter, dass für den 3. Juni bereits ein Schwurgerichtsprozess anberaumt ist. Richter Andreas Mair wird dem Schwurgerichtshof vorsitzen. Dem 37-Jährigen – für ihn gilt die Unschuldsvermutung – droht lebenslange Haft. Die beiden hinterbliebenen Kleinkinder sind in der Obhut der Kinder- und Jugendhilfe.

Der Fall hatte über Neujahr intensive politische Diskussionen über die Sicherheit und das Aggressionspotenzial in Heimen der Tiroler Sozialen Dienste (TSD) ausgelöst.