Letztes Update am Di, 21.05.2019 10:38

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Verschärfte Motorradkontrollen: 342 Lenker in Tirol abgestraft

Bei länderübergreifenden Schwerpunktkontrollen nahm die Polizei am Samstag den Motorradverkehr in Tirol genauer unter die Lupe. Hunderte Lenker wurden abgestraft.

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© ZOOM-TIROL(Symbolfoto)



Innsbruck – Drei Motorradlenker kamen heuer auf Tirols Straßen bereits ums Leben, viele weitere verunglückten bei Unfällen schwer: Grund genug für die Tiroler Exekutive, bei einem länderübergreifenden Schwerpunkt mit Bayern, Südtirol, Salzburg und Vorarlberg verschärfte Kontrollen durchzuführen.

Nicht angepasste Geschwindigkeit, gefährliches Überholen, zu geringer Abstand zum Vorausfahrzeug, Unachtsamkeit und Fahrfehler sind die häufigsten Unfallursachen im Motorradverkehr. Immer wieder kommt es aber auch vor, dass andere Fahrzeuglenker Motorradfahrer übersehen und ihnen den Vorrang nehmen.

Da ein Großteil der Motorradlenker meist größere Ausfahrten in mehreren Bundesländern und auch grenzüberschreitend in Südtirol und Bayern durchführt, fand am Samstag ein „länderübergreifender Überwachungseinsatz“ statt.

Zahlreiche Übertretungen

Das schöne Ausflugswetter lockte am Samstag viele Zweiradlenker auf die Straßen. Ein Großteil fiel durch ein diszipliniertes Fahrverhalten auf, teilte die Polizei mit. Dennoch waren wieder etliche Übertretungen zu ahnden. Motorradunfall gab es zum Glück am vergangenen Wochenende keinen einzigen in Tirol.

Dafür fuhren insgesamt 342 Biker mit einem Strafzettel oder einer Anzeige weiter. Die Mehrheit wurde wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen (213) abgestraft. Darüber hinaus waren das Überfahren von Sperrlinien, die Missachtung von Überholverboten oder das Kurvenschneiden und verschiedene sonstige Delikte (insgesamt 129), wie beispielsweise technische Veränderungen, die zu einem unzulässigen Lärmpegel führten, festzustellen.

In Reutte stoppte die Polizei einen Motorradfahrer, der ohne Führerschein unterwegs war. In Waidring wurde ein Biker in einer 80er-Zone mit 147 km/h gemessen. Rasant war auch ein anderer Biker im Ortsgebiet von Kössen unterwegs – mit 95 km/h.

Erwischen ließ sich außerdem ein Zweiradlenker in Westendorf, als er durch eine 60er-Zone mit 110 km/h raste. In Mils erwischte die Polizei einen Mopedlenker mit 73 km/h, obwohl die Bauartgeschwindigkeit für Mopeds mit 45 km/h begrenzt ist.

Auf den Zulaufstrecken Südtirol, Oberbayern-Süd, Salzburg und Vorarlberg gab es insgesamt noch 145 Geschwindigkeitsübertretungen und 49 sonstige Delikte.

Die Polizei warnt vor zu hohen oder nicht angepassten Geschwindigkeiten, riskanten Überholmanövern, Kurvenschneiden und Selbstüberschätzung – diese Faktoren sind immer wieder Ursache für schwerste Motorrad- und Mopedunfälle. Auch in Zukunft wird die Exekutive deshalb ein Auge darauf haben. (TT.com)