Letztes Update am Di, 21.05.2019 22:38

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

Für 45 Jahre Haft: Unschuldig Verurteilter erhält Millionen

Jahrzehntelang sitzt ein Amerikaner wegen Mordes im Gefängnis. Zu Unrecht, wie sich im vergangenen Jahr beweisen lässt. Er kommt frei und wird nun vom Staat mit einem Millionenbetrag entschädigt.

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Lansing – Ein ehemaliger Automechaniker, der 45 Jahre zu Unrecht hinter Gittern saß, hat eine millionenschwere Entschädigung zugestanden bekommen. Der US-Bundesstaat Michigan sprach Richard Philips umgerechnet 1,34 Millionen Euro zu. Er war 1972 zu lebenslanger Haft für einen Mord verurteilt worden, den er nicht begangen hatte. Das Urteil gründete damals „fast ausschließlich“ auf einer einzigen falschen Zeugenaussage, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Der bei seiner Verurteilung 27-jährige Philips ist heute 73 Jahre alt. Er wurde im vergangenen Jahr freigelassen, nachdem sich ein Projekt an der Universität Michigan des Falls angenommen und Philip zum am längsten unschuldig inhaftierten Mann der USA erklärte hatte. Der Verurteilte selber hatte stets seine Unschuld beteuert. „Ich würde lieber im Gefängnis sterben, als etwas zu gestehen, das ich nicht getan habe“, sagte Philips 2018 in einem Interview. Nach seiner Freilassung hatte er zunächst Bilder verkauft, um über die Runden zu kommen. Die Gemälde hatte er während seiner Haft angefertigt.

Einem zweiten fälschlich Verurteilten wurden 780.000 Dollar zugestanden. Neal Redick saß fast 16 Jahre wegen sexueller Nötigung eines Minderjährigen in Haft, bevor er 2007 freigesprochen und entlassen wurde. (AFP)