Letztes Update am Mi, 22.05.2019 15:49

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Großbritannien

Tödliche Attacke auf 16-Jährigen: Lange Haftstrafen für „Snapchat-Killer“

Vier Jugendliche attackieren einen 16-Jährigen brutal. Während das Opfer langsam verblutet, nehmen sie die Tat sogar auf und posten sie in den sozialen Netzwerken. Am Folgetag starb der junge Mann. Nun ist das Urteil gegen die Täter gefallen.

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London – Vier Jugendliche aus Bedford in Großbritannien sind für den tödlichen Angriff auf einen 16-Jährigen zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Sie hatten ihn schwer verletzt und Bilder des Angriffs veröffentlicht. Über das Gerichtsurteil berichtet unter anderem die britische Sun.

Die Jugendlichen im Alter von 15 bis 20 Jahren hatten im September 2018 den 16-jährigen verfolgt und angegriffen. Nach der Verfolgungsjagd attackierten sie ihn mit Messern und einem Hammer. Doch das war noch nicht alles: Während der 16-Jährige nach den Stichen und Schlägen stark blutete, postete einer der vier Angreifer Bilder der Tat im sozialen Netzwerk Snapchat. In Großbritannien werden die Täter deshalb die „Snapchat-Killer“ genannt.

50 verschiedene Wunden

Das Opfer kommt nach dem Angriff sofort ins Krankenhaus. Doch die Ärzte können nichts mehr für ihn tun, Der 16-Jährige erliegt am Folgetag seinen schweren Verletzungen. Insgesamt habe er 50 verschiedene Wunden gehabt, wird im Prozess bekannt. Auch sein Gehirn wurde bei der Attacke schwer geschädigt.

Vor Gericht berichtet die Staatsanwaltschaft, wie hart die Angriffe wirklich waren: „Sie schlugen und attackierten ihn immer weiter, als er bereits am Boden lag. Dann wurde das Opfer auch noch mit einem Hammer am Kopf getroffen.“

Streit zwischen Straßengangs

Hintergrund der Tat war vermutlich ein Streit unter rivalisierenden Straßengangs. Demnach war der 16-Jährige früher Teil einer Gang, zu der die vier Jugendlichen gehörten. Dann wechselte er offenbar zu einer anderen Gruppe.

Polizeiinspektor Mike Branston erklärt vor Gericht, dass es die schlimmste und „brutalste Attacke“ war, die er in 25 Jahren bei der Polizei erlebt hatte. Es sei umso schockierender, weil die Beteiligten „eigentlich noch Kinder“ seien. Während des Prozesses berichtet außerdem der Bruder des Toten, dass das Opfer bereits Wochen vor der Tat eine Attacke der verfeindeten Gruppe befürchtet hatte. Nach Angaben des Bruders sagte er: „Wenn sie mich kriegen, wird es böse enden.“

Für ihre Tat werden die Jugendlichen mit Haftstrafen von 17 bis 21 Jahren verurteilt. Außerdem veröffentlicht das Gericht ihre Namen. Normalerweise werden minderjährige Täter nicht genannt, der Richter hob diese Regel jedoch wegen der extremen Brutalität des Angriffs auf. (TT.com)




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