Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 29.05.2019


Tirol

Zwei Tiroler nach Kokain-Schmuggel in München in U-Haft

(Symbolbild)

© pixabay(Symbolbild)



Stadelheimer Straße 12, München: So lautet seit einiger Zeit die keineswegs selbst gewählte Wohnadresse von zwei Tirolern. Nach einer Verkehrskontrolle mussten der Innsbrucker und der Zirler in die Justizvollzugsanstalt Stadelheim mitten in der bayerischen Hauptstadt übersiedeln. Der Grund für die Untersuchungshaft: Drogen „in nicht geringer Menge", bestätigt die Staatsanwaltschaft München 1.

Genau genommen wird dem türkischstämmigen Innsbrucker als Hauptbeschuldigtem „die unerlaubte Einfuhr von Betäubungsmitteln zur Last gelegt", präzisiert Oberstaatsanwältin Anne Leiding den Vorwurf. Der Zirler gilt als Komplize, ihm wird Beihilfe angelastet. Weiters wirft die Münchner Staatsanwaltschaft dem Tiroler Duo unerlaubten Handel mit den Drogen vor.

Wie es derzeit ausschaut, dürften die beiden Verdächtigen bald auf einer Anklagebank des Münchner Amtsgerichts Platz nehmen müssen. Die Staatsanwaltschaft hat bereits Ende Februar Anklage gegen die Tiroler erhoben. Ein genauer Termin für den Schöffenprozess steht allerdings noch nicht fest.

Wie mittlerweile bis nach Innsbruck durchgesickert ist, sollen die Tiroler bereits Anfang des Jahres eine größere Menge Kokain nach Bayern geschmuggelt haben. Wobei der Freistaat nicht das eigentliche Ziel der Verdächtigen war — der Innsbrucker und der Zirler sind mit der heißen Ware im Gepäck nur am Münchner Flughafen gelandet und wollten weiter in die Tiroler Heimat fahren. Allerdings nicht über Kufstein/Kiefersfelden — die dort regelmäßig stattfindenden Grenzkontrollen dürften sie abgeschreckt haben. Stattdessen gingen die mutmaßlichen Schmuggler auf Nummer Sicher und steuerten Innsbruck über Garmisch an.

Doch so sicher war die Nummer dann doch nicht — bei Garmisch gerieten die beiden Tiroler in eine Verkehrskontrolle. Dabei entdeckten die Beamten der bayrischen Polizei die verbotene Fracht an Bord des Wagens. Die Amtshandlung endete mit der Festnahme der mutmaßlichen Dealer. Die bayrische Justiz verhängte die Untersuchungshaft gegen die zwei Männer. Jetzt warten sie in Stadelheim auf ihren Prozess. (tom)