Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 13.06.2019


Prozess

Innsbrucker Polizisten durch Uniform blutige Bisswunde zugefügt

Gegen einen 38-Jährigen ergingen unbedingte zehn Monate Gefängnis, 450 Euro gingen an das Bissopfer.

Ein Bogenlokalgast wollte sich nicht ausweisen und rastete bei seiner Verhaftung komplett aus.

© Michael KristenEin Bogenlokalgast wollte sich nicht ausweisen und rastete bei seiner Verhaftung komplett aus.



Innsbruck – Im April geriet ein Innsbrucker mit seiner Frau in einem Bogenlokal so heftig in Streit, dass der Wirt vorsorglich die Polizei rief. Die erlebte allerdings mit dem 38-Jährigen ihr blaues Wunder. Der Arbeiter wollte nämlich vor Ort partout seine Identität nicht preisgeben und musste so verhaftet werden.

Die Verbringung in die In­spektion gestaltete sich jedoch schwierig. Tritten folgten immer wieder Bissversuche, bis der bereits einschlägig Vorbestrafte die Uniform eines Polizisten am linken Unterarm mit den Zähnen erwischte. Darauf biss der Verhaftete so kräftig durch die Polizeiuniform (!), dass der Beamte eine blutige Wunde davontrug. Der Polizist beim gestrigen Prozess wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und schwerer Körperverletzung zu Richterin Helga Moser: „Den Zahnabdruck sieht man auf der Haut noch heute!“ Körperkameras der Polizei hatten das Geschehene aufgezeichnet und sorgten auch bei Staatsanwalt Andreas Leo für Entsetzen und Unverständnis: „Sie haben die Polizisten nicht nur aufs Übelste beschimpft, sondern sich gegenüber dem Beamten aufgeführt wie der letzte Mensch!“

Aufgrund früherer Vorkommnisse wirkte die Alkoholisierung diesmal nicht mehr mildernd. So ergingen unbedingte zehn Monate Gefängnis, 450 Euro gingen an das Bissopfer. (fell)