Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 13.06.2019


Gerichtssplitter

79-Jährige in Innsbruck getötet, aber Unfall nicht vermeidbar

Zu dem Unfall kam es in der Amraser Straße.

© zeitungsfoto.atZu dem Unfall kam es in der Amraser Straße.



An einem Dezembervormittag hatte eine 79-jährige Innsbruckerin die Fahrbahn der stark frequentierten Amraser Straße betreten — offenbar ohne auf den Verkehr zu achten. Letztlich eine tödliche Unachtsamkeit. Ein Autolenker konnte einen Zusammenstoß trotz Vollbremsung nämlich nicht mehr verhindern. Die 79-Jährige wurde vom Auto erfasst, über die Windschutzscheibe und das Fahrzeugdach geschleudert und blieb reglos auf der Straße liegen. Trotz Reanimation haben die Ärzte in der Klinik den Kampf um das Leben der Pensionistin verloren. Eine Tragödie für die Angehörigen, aber auch niederschmetternd für den Autolenker, der von Anfang an beteuerte, dass er den Unfall nicht verhindern habe können. Nach Abschluss der Ermittlungen bleibt ihm nun ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung erspart. Staatsanwalt Hansjörg Mayr zur TT: „Nach dem eingeholten technischen Sachverständigengutachten kann dem Autofahrer kein Reaktionsverzug nachgewiesen werden. Der Unfall war für ihn nicht zu vermeiden. Ihn trifft am Tod der Frau daher kein Verschulden und die Ermittlungen wurden eingestellt.“

15 Monate Haft für Diebstahlserie

Um seine Freiheit geredet hat sich am Landesgericht letztlich ein Algerier, der von einem Unterländer Asylheim aus gleich mehrere Delikte gesetzt hatte. Die Serie hatte erst im März — zum Zeitpunkt seiner Verhaftung — geendet. Vieles, wie der Diebstahl von Brot, Schnaps und Bier, erklärte sich aus der Lebenssituation des Asylwerbers. Ärgerlich für Bestohlene jedoch die Entwendung von Skijacken samt Skipass, teuren Sonnenbrillen, Smart­phones und Kopfhörern. Obwohl diesbezüglich fast die gesamte Beute sichergestellt werden konnte, fehlte im Prozess von einem Geständnis aber jede Spur. „Alles liegt auf der Hand — und Sie mauern trotzdem. Bei der Latte an Vorwürfen sind 15 Monate Haft gerade noch angemessen!“, so die Richterin. Bis zu viereinhalb Jahre Haft hatten für gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahl im Rückfall gedroht.

Freispruch im Zweifel nach Drohung

Ein Freispruch erging im Zweifel über einen Unterländer, der seinem Nachbarn im Winter (arg) drohend nahegelegt hatte, doch ja die Finger von seiner verheirateten Tochter zu lassen. Im Prozess hatte dazu die jüngere Tochter des Mannes bezeugt, dass sie selbst früher vom Nachbarn verfolgt und belästigt worden war. (fell)