Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 26.06.2019


Bezirk Schwaz

Schwazer nutzen Feuerwehrzone als Parkplatz

Eine fehlende Verordnung macht es möglich, dass in Schwaz in manchen Feuerwehrzonen ungestraft geparkt werden kann. Das soll sich ändern.

Manche Zonen für Feuerwehr- und Rettungseinsätze in Schwaz ware­n bishe­r willkommene Parkplätze für einige Anwohner.

© Eva-Maria FankhauserManche Zonen für Feuerwehr- und Rettungseinsätze in Schwaz ware­n bishe­r willkommene Parkplätze für einige Anwohner.



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Für den einen oder anderen Schwazer war die Feuerwehrzone bei einer Wohnanlage in der Stadt bisher der ideale Parkplatz. Anstatt die Zone – wie eigentlich angedacht – freizuhalten, wurden dort Autos von Privatpersonen abgestellt. Das Kuriose daran: Die Falschparker konnten dafür nicht belangt werden. Die Polizei durfte sie weder strafen noch abschleppen lassen, denn dazu fehlte eine Verordnung der Stadt.

Betroffen sind laut Stadtbaumeister Gernot Kirchmair alle privaten Flächen, die mit notwendigen Freihaltungen für Feuerwehr- und Rettungseinsätze mit einem Halte- und Parkverbot markiert wurden, denn sie müssen auch mit dem Zusatz „Abschleppzone“ versehen werden. „Wir haben uns mit einem Gutachter alle Fälle genau angesehen, denn es hat sich gezeigt, dass diese oftmals von Privatpersonen zugeparkt wurden“, erklärt Kirchmair. Mit der zusätzlichen Verordnung könne man die Parksünder künftig strafen bzw. abschleppen lassen.

Bei einer Verkehrsverhandlung Anfang Juni mit einem brandschutztechnischen Sachverständigen und Vertretern der Stadtpolizei, der Feuerwehr Schwaz und dem Stadtbauamt habe man zehn Zonen vom Hannak-Gebäude bis hin zur Husselstraße oder des Archenweges genau unter die Lupe genommen. Für alle Bereiche soll nun der Zusatz „Abschleppzone“ gelten.

Doch in der jüngsten Sitzung des Schwazer Gemeinderates stieß der Beschluss für die neue Verordnung auf Verwunderung. „Das wurde so nicht im Verkehrsausschuss besprochen. Ich wünsche mir da mehr Beteiligung“, sagte GR Eva Maria Beihammer (SP). Zustimmung erhielt sie von Grünen-GR Hermann Weratschnig. „Wo kann man denn dann beim Hannak-Gebäude noch parken? Wenn ich mir das so anschaue, bleibt da nicht viel Platz. Beschließen wir jetzt überschießende Dinge, die man dann wieder reparieren muss?“, fragte Weratschni­g. Der Stadtbaumeister versuchte zu beruhigen. Man habe alle Zonen mit der Feuerwehr und Einsatzfahrzeugen überprüft. „Die Flächen wirken vielleicht teils großzügi­g, aber sie sind notwendig. Wir haben das genau untersucht“, sagte er. Zudem sei quasi Gefahr in Verzug, wenn es zu einem Einsatz komme und die Zonen zugeparkt sind. BM Hans Lintne­r (VP) erklärte, dass man nun schnell handeln müsse und der Punkt noch vor dem Sommer beschlossen werden müss­e. Daher habe man dies­e Angelegenheit nicht vorab im Verkehrsausschuss besprechen können.

Für Verkehrsausschussobmann Emil Danler (FP) ein Unding. „Das ist schon bedauerlich. So war nämlich keine politische Vorbeurteilung möglich. Es wäre schon interessant gewesen, wenigstens am Verkehrsgutachten teilnehmen zu können“, sagte Danler. BM Lintner gestand ein, dass man Danler als Verkehrsreferenten einbeziehen hätte müssen.

Alle Mandatare stimmten für die neue Verordnung.