Letztes Update am Di, 25.06.2019 18:37

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Österreich

Anschlag auf Strache geplant? Ermittlungen gegen Verdächtigen

Als Heinz-Christian Strache noch Vizekanzler war, soll ein Verdächtiger versucht haben, einen Dritten mit einem Anschlag auf den FPÖ-Chef zu beauftragen. Die Staatsanwaltschaft dementierte nach dem Kurier-Bericht jedoch, dass von einem dringenden Tatverdacht in Richtung eines politischen Attentats auszugehen sei.

Ex-Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache.

© REUTERSEx-Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache.



Wien – Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt wegen eines angeblich geplanten Anschlags auf den Ex-FPÖ-Obmann und ehemaligen Vizekanzler Heinz-Christian Strache. Behördensprecherin Nina Bussek bestätigte am frühen Dienstagabend einen entsprechenden Bericht des Kurier (Online-Ausgabe). Von dringendem Tatverdacht in Richtung eines Polit-Attentats dürfte aber nicht auszugehen sein.

„Derzeit hat sich die Verdachtslage nicht erhärtet“, betonte Bussek. Der Verdächtige befindet sich mittlerweile auch auf freiem Fuß, bestätigte Christina Salzborn, die Sprecherin des Wiener Landesgerichts. Demnach wurde der Mann am 23. November 2018 in einem separaten Verfahren wegen eines Suchtgiftdelikts und verbotenen Waffenbesitzes zu acht Monaten unbedingter Haft verurteilt. Unter Anrechnung der U-Haft wurde er Ende Mai nach Verbüßung seiner Strafe aus der Justizanstalt (JA) Hirtenberg entlassen.

Würden die Strafverfolgungsbehörden davon ausgehen, dass Straches Leben ernsthaft in Gefahr war, wäre davon auszugehen, dass sich der Verdächtige längst wieder in U-Haft befindet. Die Staatsanwaltschaft hat aber von einem diesbezüglichen Antrag bisher Abstand genommen.

Laut Kurier soll der Verdächtige am 26. September 2018 versucht haben, eine Vertrauensperson des Wiener Landesamts für Verfassungsschutz (LVT) dazu zu bestimmen, am Auto Straches in Tötungsabsicht eine Autobombe anzubringen. Dafür soll er dem V-Mann 100.000 Euro geboten haben. Das Ermittlungsverfahren wegen versuchter Bestimmung zum Mord als terroristische Straftat stützt sich auf Berichte des LVT und die Vernehmung des V-Mannes. (TT.com)