Letztes Update am Mi, 26.06.2019 11:12

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

„Frauen lügen auch mal“: Bill Cosby geht in Berufung

Nach dem Schuldspruch in einem Nötigungs-Prozess muss Bill Cosby zwischen drei und zehn Jahre im Gefängnis verbringen. Er beteuert noch immer seine Unschuld. Nun geht er in Berufung. Sein Anwalt argumentiert: Cosby habe „nichts falsch gemacht“.

US-Entertainer Bill Cosby.

© AFPUS-Entertainer Bill Cosby.



New York – Der im Gefängnis einsitzende Schauspieler und Komiker Bill Cosby hat Berufung gegen sein Urteil wegen sexueller Nötigung eingelegt. Seine Verteidiger argumentierten in einem vor einem Gericht in Pennsylvania eingereichten Schreiben unter anderem, dass Aussagen von Frauen, die Cosby belastet hatten, „auffallend unterschiedlich“ seien – das bestätigte Cosbys Anwältin Sarah Kelly-Kilgore.

Der 81-Jährige sitzt seit seiner Verurteilung im Gefängnis. Er muss eine Strafe von mindestens drei und höchstens zehn Jahren Haft absitzen. Mehr als 60 Frauen hatten Cosby sexuelle Übergriffe unterschiedlicher Art vorgeworfen. Im Prozess ging es um einen einzigen Fall aus dem Jahr 2004. Die Jury sah es als erwiesen an, dass Cosby die aus Kanada stammende Universitätsangestellte Andrea Constand mit Tabletten hilflos gemacht und dann sexuell genötigt hatte.

Anfang des Jahres war Cosbys Anwalt Andrew Wyatt mit einem Interview im US-Fernsehen zu sehen. Dort sagte er, dass Cosby nie Reue gezeigt habe. „Er bereut nicht, weil er nichts falsch gemacht hat“, war Wyatt überzeugt. „Nur, weil jemand angeklagt wird, heißt es nicht, das derjenige auch wirklich etwas getan hat. Frauen lügen auch mal.“ Wyatt ist der einzige Vertraute, dem Cosby den Besuch im Gefängnis überhaupt gestattet, obwohl die Strafanstalt nur 30 Kilometer von seinem Zuhause entfernt ist. Er möchte nicht, dass ihn seine Frau und seine Kinder dort so sehen. (dpa)




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