Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 02.07.2019


Bezirk Kitzbühel

Schulhof in St. Johann wird immer öfter von Vandalen heimgesucht

Von abgerissenen Bändern über kaputte Bierflaschen bis hin zum Brand. In St. Johann denkt man bereits an eine Videoüberwachung.

In der kleinen Hütte im Schulhof wurde zuletzt versucht, den Tisch und die Wand in Brand zu stecken.

© MaderIn der kleinen Hütte im Schulhof wurde zuletzt versucht, den Tisch und die Wand in Brand zu stecken.



Von Michael Mader

St. Johann i. T. – „Heute Früh wurden noch die letzten Arbeiten erledigt, morgen tummeln sich hier schon die Schüler auf dem ersten Integrationsschulhof bzw. Integrationsspielplatz in Tirol“, sagte die St. Johanner Volksschulleiterin Maria Barbara Lackner bei der offiziellen Eröffnung vor gut einem Jahr.

Die Freude bei den Volksschülern und auch den Sonderschülern über die „grüne Oase“ ist nach wie vor groß, wird aber zusehends von Vandalenakten getrübt. Dass der Schulhof ganz bewusst auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist, hat auch seine Nachteile.

Gerade bei den derzeitigen hochsommerlichen Temperaturen wird der Ort besonders am Abend von zahlreichen Jugendlichen besucht. Die unliebsamen Hinterlassenschaften findet Hubert Fuchs, Schulwart der Volksschule, dann am nächsten Tag. „Ich muss hier wirklich jeden Tag aufräumen. Bierdosen und Bierflaschen liegen herum. Das Absperrband für den Rasen wird abgerissen und um die Spielgeräte gewickelt“, ärgert sich Fuchs. Zuletzt lag ein Zeitungsstock in der Hütte, der angezündet worden war. Die Tischplatte und die Holzwand wurden in Mitleidenschaft gezogen. Fuchs: „Wir haben es schon mit Licht und einem Bewegungsmelder versucht, aber das hat auch niemanden abgeschreckt.“

Ein Hinweisschild zur Videoüberwachung soll vor künftigen Vandalenakten schützen.
Ein Hinweisschild zur Videoüberwachung soll vor künftigen Vandalenakten schützen.
- Michael Mader

Jetzt will man in der Gemeinde zu härteren Mitteln greifen, immerhin hat die Neugestaltung des Schulhofes an die 140.000 Euro gekostet.

„Wir planen eine Videoüberwachung zu installieren. Darüber hinaus bitten wir die Bevölkerung, Beobachtungen im Zusammenhang mit solchen Vandalenakten im Marktgemeindeamt oder bei der Polizeidienststelle St. Johann in Tirol zu melden“, heißt es dazu auf der Homepage der Marktgemeinde.

Volksschuldirektorin Lackner hofft nach wie vor auf ein Miteinander: „Wir haben keine Probleme mit den Jugendlichen, wenn sie sich an die Regeln halten. Wenn sie sich hier am Abend treffen und den Platz so verlassen, wie sie ihn vorgefunden haben, ist das in Ordnung. Wir wollen nicht irgendjemanden aussperren.“