Letztes Update am Do, 11.07.2019 07:10

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck

22-Jähriger soll Frau in Innsbruck festgehalten und vergewaltigt haben

Eine Innsbruckerin beschuldigt einen 22-Jährigen, sie brutal vergewaltigt zu haben. Die Kripo ermittelt.

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© APASymbolbild.



Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Mit einer Pistol­e bedroht, geschlagen, missbraucht und eingesperrt: Eine 27-jährige Innsbruckerin wurde Dienstagmorgen laut eigenen Angaben Opfer eines brutalen Vergewaltigers. Ein Fall für die Sondereinheit Cobra, die den Verdächtigen noch in der Wohnung des Opfers überraschen und festnehmen konnte. Der 22-Jährige befindet sich derzeit im Polizeianhaltezentrum.

Es war am Dienstag gegen 8.30 Uhr, als die Frau mit Hämatomen im Gesicht die Polizeiinspektion Hötting betrat. Sie sei in ihrer eigenen Wohnung in der Haller Straße von ihrem Gast aus Syrien mit einer Pistole bedroht und vergewaltigt worden, erzählte die aus Osteuropa stammende Innsbruckerin den Beamten. Der Auftakt für weitere Ermittlungen – die Kriminalpolizei übernahm den Fall. Und die alarmierte – zumal eine Faustfeuerwaffe im Spiel war – die Cobra. Während die 27-Jährige in der Klinik ihre Verletzungen untersuchen ließ, bereiteten die Beamten den Einsatz in der Haller Straße vor. „Wir gingen davon aus, dass sich der Verdächtige noch immer in der Wohnung der Frau befand“, erzählt Ernst Kranebitter, Leiter des Kripo-Referats 1, das für Gewaltdelikte zuständig ist.

Dann ging’s schnell. Auch, weil die Cobra-Beamten erst gar nicht die Wohnungstür aufbrechen mussten – die Innsbruckerin hatte ihnen ihren Schlüssel überlassen. So gelang es den Polizisten, den Verdächtigen zu überrumpeln. „Der völlig überraschte Mann lag noch im Bett der Wohnungsbesitzerin, als er festgenommen wurde“, schildert Kranebitter. Um 12.10 Uhr war alles vorbei und der Syrer trug Handschellen. Die Beamten fanden auch die Waffe, mit der die 27-Jährige angeblich bedroht worden war. „Dabei handelt es sich um eine Schreckschusspistole“, so der Kripobeamte weiter.

Bei der Einvernahme bestritt der Syrer die Vorwürfe. Dennoch musste er ins Polizeigefängnis übersiedeln. Mittlerweile können die Ermittler den Ablauf des Montagabends und der Nacht zum Dienstag rekonstruieren. Wie sich herausstellte, war der Syre­r – ein Freund des Ex-Partners der 27-Jährigen – nicht der einzige Gast. Auch eine Freundin der Innsbruckerin war eingeladen. Doch die verließ gegen drei Uhr die Wohnung in der Haller Straß­e.

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Zwei bis drei Stunden später eskalierte die Situation: Nach den Angaben der 27-Jährigen zog der 22-Jährige seine Pistole und missbrauchte sie. Im Anschluss blieb der Syrer weiterhin in der Wohnung. Wie die Innsbruckerin bei der Anzeige schilderte, durfte auch sie das Haus nicht verlassen. Dafür soll der Syrer mit seiner Pistole gesorgt haben, die stets in Griffweite auf einem Tisch lag.

Schließlich gelang es der Innsbruckerin unter einem Vorwand doch noch, dem Mann zu entkommen. „Sie sagte, sie müsse an ihrem Arbeitsplatz kurz vorbeischauen, um sich den Tag freinehmen zu können“, erfuhr Kranebitter. Der Syrer stieg darauf ein. Kaum war die 27-Jährige außer Haus, fuhr sie zur Polizeiinspektion Hötting und schlug Alarm.

Als erste Maßnahme nach der Festnahme hat die Polizeibehörde gegen den Syrer ein Waffenverbot verhängt. Ob dem Beschuldigten ein längerer Gefängnisaufenthalt als U-Häftling droht, muss erst entschieden werden. Für den 22-Jährigen gilt die Unschuldsvermutung.