Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 17.07.2019


Gericht

Tödlicher Bootsunfall am Wörthersee: Lenker will Fußfessel

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© TT/Thomas Böhm(Symbolfoto)



„Ich spüre eine gewisse moralische Schuld, weil ich alkoholisiert war", sagte gestern der wegen eines tödlichen Bootsunfalls in erster Instanz verurteilte 46-Jährige am Oberlandesgericht Graz. Seine Kritik am Gutachten zum Unfall am Wörthersee wiederholte er jedoch erfolglos: Der Unternehmer aus Niederösterreich muss wegen grob fahrlässiger Tötung neuneinhalb Monate Haft verbüßen. Das Oberlandesgericht Graz bestätigte damit den Schuldspruch des Klagenfurter Erstgerichts. Zwar wurde die Haftdauer wegen der langen Verfahrensdauer um zwei Wochen verkürzt, der Mann muss seine Strafe jedoch unbedingt verbüßen. Das Urteil ist rechtskräftig. Der Name des Waldviertlers wird aus Persönlichkeitsschutzgründen nicht genannt.

Der Verurteilte hofft, seine Strafe im elektronisch überwachten Hausarrest verbüßen zu dürfen, sagt sein Anwalt Alexander Todor-Kostic. In „ein paar Wochen" erwartet der Verteidiger die schriftliche Ausfertigung des Urteils, in der Folge komme dann die Aufforderung zum Haftantritt. Dann kann der Antrag für eine Fußfessel eingebracht werden. Da es sich um ein Fahrlässigkeitsdelikt handelt, erfülle der Verurteilte die Voraussetzungen, so Todor-Kostic. Das Urteil „ist zu akzeptieren", sagt er.

Der Niederösterreicher soll am 2. Juni 2017 alkoholisiert ein Motorboot am Wörthersee gelenkt und ein gewagtes Manöver durchgeführt haben. Dabei ging sein Freund über Bord und geriet mit dem Kopf in die Schiffsschraube. Er war sofort tot. (ritz)