Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 22.07.2019


Exklusiv

Brandserie im Tiroler Oberland: Keine heiße Spur vom Feuerteufel

Vor einem Jahr begann im Tiroler Oberland eine mysteriöse Brandserie. Sie ist bis heute ungeklärt.

Alleine in Inzing schlug der Brandstifter gleich dreimal zu. Insgesamt dürften zehn Brände auf sein Konto gehen.

© zeitungsfoto.atAlleine in Inzing schlug der Brandstifter gleich dreimal zu. Insgesamt dürften zehn Brände auf sein Konto gehen.



Innsbruck – Es ist der 19. Juli des Vorjahres, als gegen 6 Uhr die Leitstelle Tirol die Feuerwehr zum Einsatz ruft – Brand­alarm in Pfaffenhofen. Das Feuer in einem Stall kann gelöscht werden, Verletzte gibt es nicht. Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand weiß: Das Ereignis markiert den Auftakt zu einer Brandserie, die in den kommenden Wochen und Monaten Ermittler und Bevölkerung in Atem halten wird. Bereits in der nächsten Nacht steht gegen Mitternacht in Leiblfing/Pettnau ein Stadel in Flammen, eine Woche später geht einer in Zirl in Flammen auf. Es folgen Brände in Unterperfuss, Hatting, Inzing und Telfs. Meist sind es abgelegene Stadel oder Unterstände, die ein Raub der Flammen werden, fast immer schlägt der Täter rund um Mitternacht zu.

Die mysteriöse Brandserie schließt praktisch nahtlos an jene in Erpfendorf an, bei der ein 17-jähriger Feuerwehrmann in den Wochen zuvor insgesamt acht Brände gelegt und einen Schaden von fast einer Million Euro verursacht hat. Der Verdächtige wird am 18. Juli festgenommen und Mitte Mai des heurigen Jahres nicht rechtskräftig zu zwei Jahren bedingter Haft verurteilt.

Im Oberland sind es zwischen Mitte Juli und Mitte August insgesamt zehn Brände, die den Frust in der Bevölkerung steigen lassen. Zwischenzeitlich überlegen Vereinzelte sogar, eine private Feuerwache auf die Beine zu stellen, um dem Feuerteufel das Handwerk zu legen. Die Polizei verstärkt die Patrouillen, mit jedem neuen Brand­alarm wächst der Druck auf die Ermittler.

Doch dann reißt die Serie von Bränden unvermittelt ab. „So plötzlich, wie sie begonnen hat, so plötzlich hat sie aufgehört“, sagt Katja Tersch, stellvertretende Leiterin des Landeskriminalamts Tirol. Sie bestätigt, dass es trotz der Bemühungen der Polizei auch ein Jahr später keine heiße Spur von dem Täter gibt. Zu den Akten habe man die Angelegenheit jedoch noch nicht gelegt, versichert Tersch. Die Polizei sei weiterhin höchst daran interessiert, die Fälle aufzuklären. (np)