Letztes Update am Sa, 20.07.2019 14:25

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


China

Vor neuer Demonstration: Hongkonger Polizei findet Sprengstoff

In Hongkong wurde ein Waffenlager gigantischen Ausmaßes gefunden. Nun wird untersucht, ob ein Zusammenhang mit geplanten Protesten an diesem Wochenende besteht.

Hunderttausende gingen in Hongkong auf die Straßen, um gegen die Regierung und Chinas wachsenden Einfluss zu protestieren. Es kam zu zahlreichen Zusammenstößen von Polizei und Demonstranten.

© AFPHunderttausende gingen in Hongkong auf die Straßen, um gegen die Regierung und Chinas wachsenden Einfluss zu protestieren. Es kam zu zahlreichen Zusammenstößen von Polizei und Demonstranten.



Hongkong – Die Hongkonger Polizei hat ein Waffenlager mit zwei Kilogramm Sprengstoff, Brandsätzen, Säure, Messern und Metallstangen zusammen mit Unabhängigkeitspamphleten gefunden. Ein 27-Jähriger wurde nach Polizeiangaben vom Samstag festgenommen. Die Ermittler untersuchen, ob ein Zusammenhang mit geplanten Protesten an diesem Wochenende in der chinesischen Sonderverwaltungsregion besteht.

„Ich denke, es ist ohne Zweifel die größte Menge, die wir jemals in Hongkong gefunden haben“, sagte Superintendent Alick McWhirter nach Angaben der „South China Morning Post“. Es handle sich um den hochexplosiven Sprengstoff TATP.

Es wurden auch T-Shirts der Hongkonger National Front gefunden, die sich für die Unabhängigkeit des Territoriums ausspricht. Auch wurden Flugblätter in dem Waffenlager gefunden, mit denen gegen das kontroverse Gesetz für Auslieferungen an China protestiert wird.

Die National Front bestätigte nach Presseberichten, dass der Festgenommene zu der Gruppe gehöre, beteuerte aber, nichts von dem Sprengstoff gewusst zu haben. Die Polizei machte den Fund am Freitag in einem Industriegebäude, nachdem sie „Geheimdienstinformationen“ bekommen habe, berichtete die South China Morning Post.

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Neue Demonstration gegen die Regierung am Sonntag

Zehntausende Hongkonger werden am Sonntag zu einer neuen Demonstration gegen die Regierung erwartet. Im Mittelpunkt steht nach Angaben der Organisatoren die Forderung nach einem unabhängigen Untersuchungsausschuss, der die Verhältnismäßigkeit der Polizeigewalt bei Zusammenstößen am Rande früherer Demonstrationen beleuchten soll.

Die frühere britische Kronkolonie kommt seit Wochen nicht zur Ruhe. Hunderttausende sind auf die Straßen gegangen, um gegen die Regierung und Chinas wachsenden Einfluss zu protestieren. Auslöser der Proteste war das Gesetz für Auslieferungen von Personen an China, die von der chinesischen Justiz verdächtigt werden. Wegen des massiven Widerstandes wurde es inzwischen auf Eis gelegt.

Seit der Rückgabe 1997 an China wird Hongkong unter chinesischer Souveränität autonom in eigenen Grenzen regiert. Anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik genießen die sieben Millionen Hongkonger das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit. (APA/dpa)