Letztes Update am Di, 23.07.2019 11:50

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Prozess: Lkw-Fahrer gestand Mord an deutscher Tramperin (28)

Im Prozess um die ermordete Tramperin Sophia gesteht der Angeklagte die Tat. Allerdings bestreitet er ein Sexualverbrechen. Laut seiner Aussage sei ein Streit der Auslöser für die Tat gewesen.

Symbolfoto.

© Thomas BöhmSymbolfoto.



Bayreuth – Zum Auftakt des Prozesses um den Mord an der Tramperin Sophia L. hat der Angeklagte ein Geständnis abgelegt. Er sei es gewesen, der die 28-Jährige vor gut einem Jahr getötet habe, ließ der 42-jährige Boujemaa L. am Dienstag vor dem Landgericht Bayreuth über seinen Verteidiger erklären. „Natürlich weiß er, dass er schweres Unrecht verübt hat“, sagte Verteidiger Karsten Schieseck in der Erklärung.

Der Angeklagte entschuldige sich bei den Eltern und dem Bruder von Sophia. Nach der von der Staatsanwaltschaft verlesenen Anklage tötete L. die Studentin, um ein Sexualdelikt zu verdecken. Er sei sexuell übergriffig gegen die junge Frau geworden und habe sich „auf unbekannte Art und Weise“ an ihr vergangen, sagte Oberstaatsanwältin Sandra Staade. Weil er befürchtet habe, dass L. ihn anzeigen werde, habe er sie danach getötet.

Dieses Mordmotiv bestritt der Angeklagte in seiner Erklärung. Demnach sei der Auslöser für seine Attacke ein Streit gewesen. Er habe während einer Pause bei der Rückkehr zum Lastwagen die Studentin dabei entdeckt, wie sie das Führerhaus durchwühlt habe. Daraufhin sei er wütend geworden und habe angenommen, sie habe ihn bestehlen wollen.

Sophia aber habe ihm vorgeworfen, ihr einen Brocken Haschisch gestohlen zu haben. In dem Streit habe die junge Frau ihm mit der Hand ins Gesicht geschlagen, das sei der Auslöser dafür gewesen, dass er unkontrolliert mit einer Ratsche auf ihren Kopf eingeschlagen habe. Sophia habe zunächst noch gelebt. Zu einem späteren Zeitpunkt habe er dann noch einmal auf sie eingeschlagen und sie dabei tödlich verletzt.

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Der Fahrer nahm die Leiche zunächst in seinem Lastwagen weiter auf seinem Weg in Richtung Marokko mit. In Nordspanien legte er sie schließlich ab und versuchte sie zu verbrennen. Auch seinen Lastwagen soll er zum Vernichten von Spuren in Brand gesetzt haben. L. bestritt, dass er sein Fahrzeug vorsätzlich angezündet habe. Es habe sich um einen Motorbrand gehandelt. (AFP)




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