Letztes Update am Fr, 26.07.2019 11:27

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Mordfall Lübcke: Verdächtiger soll auch Flüchtling schwer verletzt haben

Rund um den Mord an dem deutschen Politiker Walter Lübcke gibt es nun neue Verdachtsmomente rund um den mutmaßlichen Täter. Der Rechtsextremist soll auch einen Flüchtling mit einem Messer attackiert und schwer verletzt haben.

Der Tatverdächtige im Mordfall Lübcke wird von der Polizei zum Gericht eskortiert.

© Uli Deck / dpa / AFPDer Tatverdächtige im Mordfall Lübcke wird von der Polizei zum Gericht eskortiert.



Berlin – Im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke gibt es einem Medienbericht zufolge weitere Ermittlungen gegen den Tatverdächtigen. Wie Spiegel Online am Donnerstagabend berichtete, soll Stephan E. an einem Angriff auf einen Flüchtling im Jahr 2016 beteiligt gewesen sein. Ermittler hätten am Donnerstag das Haus des Mannes in Kassel erneut durchsucht, heißt es in dem Bericht.

Hintergrund seien „Ermittlungen in einem bisher ungeklärten Altfall“, wird ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel zitiert. Gegen den Beschuldigten bestehe „der Anfangsverdacht einer Straftat“. Weitere Angaben machte der Sprecher nicht.

Nach Informationen des Spiegel geht es um den Angriff auf einen irakischen Flüchtling am 6. Jänner 2016. Der 22-jährige Asylbewerber sei in Lohfelden im Landkreis Kassel mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden. Der Fall ist demnach bis heute ungeklärt.

Wie die Ermittler auf Stephan E. als Tatverdächtigen kamen und worin der Anfangsverdacht gegen ihn besteht, blieb dem Spiegel zufolge zunächst unklar. Der damalige Tatort liegt demnach jedoch nur wenige Kilometer vom Haus des Verdächtigen entfernt.

Lübcke war Anfang Juni aus nächster Nähe erschossen worden. Die Ermittlungen in dem Fall führt die Bundesanwaltschaft, die von einem rechtsextremen Hintergrund der Tat ausgeht. Der Tatverdächtige Stephan E. legte nach seiner Festnahme zunächst ein Geständnis ab, zog dieses später aber wieder zurück. (APA, AFP)