Letztes Update am Do, 01.08.2019 17:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Bub vor Zug gestoßen: Psychiatrisches Gutachten wird erstellt

Gegen den 40-jährigen Tatverdächtigen wird wegen Mordes und zweifachen Mordversuchs ermittelt. Das Motiv für die tödliche Attacke ist nach wie vor unklar.

Reisende und Pendler gehen am Morgen am Bahnsteig 7 im Frankfurter Hauptbahnhof an den abgelegten Blumen, Kerzen und Plüschtieren vorbei.

© dpaReisende und Pendler gehen am Morgen am Bahnsteig 7 im Frankfurter Hauptbahnhof an den abgelegten Blumen, Kerzen und Plüschtieren vorbei.



Frankfurt – Nach der tödlichen Gleis-Attacke im Frankfurter Hauptbahnhof soll ein psychiatrisches Gutachten über den Tatverdächtigen erstellt werden. Es ist ein Sachverständiger beauftragt worden, der mit dem 40-Jährigen entsprechende Gespräche führt, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Donnerstag.

Der dreifache Familienvater sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Der Mann soll am Montag eine ihm unbekannte Frau und ihren Sohn (8) vor einen einfahrenden ICE gestoßen haben. Die 40 Jahre alte Mutter konnte sich retten, der Bub wurde vom Zug überrollt und getötet. Der Eritreer, der seit 2006 in der Schweiz lebte, war vor einigen Tagen nach Frankfurt gekommen. Laut der Züricher Polizei war er in diesem Jahr in psychiatrischer Behandlung.

Falsches Foto kursiert im Netz

Die Familie des Kindes bekam nach der Tat viel Anteilnahme und Unterstützung. Es wurde auch eine Online-Spendenkampagne für die Angehörigen gestartet. In sozialen Medien kursierte ein Foto, das vermeintlich den Achtjährigen zeigen soll. Auf einem über das Foto gelegten Schriftzug wird er als der Bub vorgestellt, „der unter die Räder des 100 Tonnen schweren ICE“ gestoßen wurde. Dabei handelt es sich aber um ein anderes Kind. Das Foto ist seit spätestens 2014 in verschiedenen Versionen im Internet zu finden.

Gegen den Tatverdächtigen wird wegen Mordes und zweifachen Mordversuchs ermittelt. Am Montag soll er in Frankfurt auch versucht haben, eine 78-Jährige ins Gleisbett zu stoßen. Die Frau habe sich aber retten können.

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Nach dem Vorfall will die deutsche Polizei mehr Präsenz auf stark genutzten Bahnhöfen zeigen. Ziel sei es, den Schutz vor Gewaltstraftaten auf dem Gebiet der Bahnanlagen weiter zu erhöhen, teilte die Bundespolizei am Donnerstag mit. Zahlen wurden keine genannt. (APA/dpa)


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