Letztes Update am Sa, 03.08.2019 15:15

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mexiko

Drei Journalisten innerhalb einer Woche in Mexiko erschossen

In einem der gefährlichsten Länder für die Berufsgruppe wurden binnen einer Woche drei Journalisten getötet.

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Actopan – In Mexiko sind erneut zwei Journalisten getötet worden. Der Reporter Jorge Celestino Ruiz wurde in der Nacht zum Samstag in der Gemeinde Actopan im östlichen Teilstaat Veracruz erschossen, wie der Bürgermeister des Orts, Paulino Dominguez, der Nachrichtenagentur AFP sagte. Nach Angaben aus Polizeikreisen war das Haus des für die Zeitung El Grafico de Xalapa arbeitenden Journalisten bereits im Oktober beschossen worden.

Zudem seien Schüsse auf Ruiz‘ Auto abgefeuert worden, um ihn einzuschüchtern. Nach Angaben von Kollegen hatte Ruiz zuletzt seine Artikel nicht mehr unter seinem echten Namen drucken lassen.

Wenige Stunden zuvor war der Chefredakteur der Online-Plattform La Verdad de Zihuatanejo, Edgar Alberto Nava, getötet worden. Er wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft im südlichen Teilstaat Guerrero erschossen. Bereits am Dienstag war die Leiche von Rogelio Barragan, der das Internetportal „Guerrero Al Instante“ geleitet hatte, im Kofferraum eines verlassenen Autos gefunden.

Nur Syrien und Afghanistan sind gefährlicher

Reporter ohne Grenzen stuft Mexiko als eines der gefährlichsten Länder für Journalisten ein – nach den Kriegsländern Syrien und Afghanistan. Seit dem Jahr 2000 wurden mehr als hundert Journalisten ermordet, allein zehn im vergangenen Jahr. Die Täter werden in den meisten Fällen nie gefunden und bestraft.

Im Juni war die Journalistin Norma Sarabia im Teilstaat Tabasco im Südosten des Landes erschossen worden. Im Mai wurde der Kriminalreporter Francisco Romero in einem Badeort an der mexikanischen Karibikküste getötet. Er hatte zuvor Morddrohungen erhalten und war in ein Schutzprogramm der mexikanischen Regierung aufgenommen worden. (APA/AFP)