Letztes Update am Mo, 05.08.2019 12:41

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

Nach Massakern: US-Handelsriese Walmart verkauft weiter Waffen

Zwei Amokläufe in einer Woche wurden in den USA in Walmart-Filialen verübt. Der Supermarktriese verkauft auch Waffen und Munition – und das auch weiterhin. Man will trotz der Gewalttaten weiter Schusswaffen verkaufen und verweist auf Schulungen „am Computer“.

Lichtermeer für die Opfer des rechtsextremen Attentäters von El Paso. Der 21-Jährige schoss in einem Walmart um sich und tötete 20 Menschen.

© AFPLichtermeer für die Opfer des rechtsextremen Attentäters von El Paso. Der 21-Jährige schoss in einem Walmart um sich und tötete 20 Menschen.



New York – Trotz zweier tödlicher Schusswaffenangriffe innerhalb einer Woche in ihren Filialen will die US-Handelskette Walmart weiter Waffen verkaufen. Es gebe keine Pläne, den Verkauf von Schusswaffen und Munition einzustellen, sagte Sprecher Randy Hargrove der Nachrichtenagentur AFP. Ein 21-Jähriger hatte am Samstag in einem Walmart in der US-Grenzstadt El Paso mit einer Schusswaffe 20 Menschen getötet.

Vier Tage zuvor erschoss ein Walmart-Mitarbeiter in Southaven im Bundesstaat Mississippi zwei Kollegen. Beides ist laut Sprecher für die größte Einzelhandelskette der USA kein Grund, Waffen generell aus dem Sortiment zu streichen.

Walmarkt überprüft Vorstrafen und schult Mitarbeiter

„Wir konzentrieren uns darauf, unsere Mitarbeiter, unsere Kunden und die Einwohner von El Paso zu unterstützen“, sagte Hargrove. Er betonte, dass die Regeln des Unternehmens für den Umgang mit Waffen über geltende US-Gesetze hinausgingen. So werde das Vorstrafenregister eines Kunden vor dem Kauf einer Waffe kontrolliert. Jeder neue Mitarbeiter werde im Umgang mit Schusswaffenangriffen geschult, vier Mal im Jahr, am Computer.

Schon 1993 hatte der Handelsriese Pistolen und Revolver aus dem Sortiment genommen. Seit 2015 verkauft Walmart auch keine halbautomatischen Waffen mehr. Nach dem Schulmassaker von Parkland im Februar 2018 hob Walmart das Mindestalter für den Verkauf einer Waffe auf 21 Jahre an.

Twitter-Account von Walmart-Chef mit Kritik überhäuft

Walmart steht wegen seines Waffensortiments regelmäßig in der Kritik, betont aber, sich damit vor allem an Jäger und Sportschützen zu richten. Unternehmenschef Doug McMillon schrieb nach den tödlichen Schüssen von El Paso auf Instagram: „Mein Herz schmerzt“. Er bete für die Familien der Opfer. Im Kurzbotschaftendienst Twitter lauteten zahlreiche Kommentare: „Hör auf, Waffen zu verkaufen.“ (APA, AFP)