Letztes Update am Fr, 09.08.2019 09:49

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Malaysia

„Hier ist Mama“: Suche nach 15-Jähriger im Dschungel von Malaysia

Sie machte mit ihren Eltern Urlaub, als das Mädchen aus London plötzlich nicht mehr in ihrem Zimmer zu finden war: In Malaysia ist eine 15-Jährige aus einem Öko-Ressort im bergigen Hinterland verschwunden. Jetzt wird mit Lautsprecherdurchsagen im Dschungel nach ihr gesucht.

Ein Vermisstenfoto des in Malaysia verschwundenen Mädchens hängt in einer temporären Unterkunft der Polizei aus.

© pa/dpa/Lai Seng SinEin Vermisstenfoto des in Malaysia verschwundenen Mädchens hängt in einer temporären Unterkunft der Polizei aus.



Kuala Lumpur – Nach tagelanger erfolgloser Suche im Dschungel von Malaysia setzt die Polizei nun darauf, eine vermisste 15-jährige Touristin aus London mit der Stimme der Mutter wiederzufinden. Der Wald wird über Lautsprecher mit einer Aufnahme beschallt: „Nora Liebling, ich liebe Dich, hier ist Mama.“

Von dem Mädchen, das sowohl die irische als auch die französische Staatsbürgerschaft hat, fehlt seit Sonntag jede Spur. Es wird befürchtet, dass sie entführt wurde oder sich im Dschungel verirrt hat. Die Hintergründe liegen im Dunkeln.

Das Mädchen war vergangene Woche zusammen den Eltern – einer Irin und einem Franzosen – in einem Öko-Resort im bergigen Hinterland von Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur angekommen, um dort zwei Wochen Urlaub zu machen. Am Sonntagvormittag war Nora nach Angaben der Eltern plötzlich nicht mehr im Zimmer. Die Fenster standen weit offen. An der Suche beteiligen sich mehr als 200 Helfer. Die 15-Jährige ist nach Angaben aus dem Umfeld der Familie in ihrer Entwicklung leicht zurückgeblieben.

Inzwischen ist die Sorge groß, das das Mädchen nicht mehr heil zurückkehrt. Der zuständige Polizeichef Mohamad Mat Yusop sagte der malaysischen Tageszeitung The Star: „Wir müssen das Opfer so schnell wie möglich finden.“ Auch kräftige Menschen wären nach fünf Tagen im Dschungel geschwächt.

Die Polizei des südostasiatischen Staates hatte anfangs keine Hinweise auf ein Verbrechen, schließt einen kriminellen Hintergrund aber nicht mehr aus. Der Fall weckt Erinnerungen an das Verschwinden eines britischen Mädchens aus einer Ferienanlage in Portugal im Mai 2007. Von Maddie (Madeleine) McCann, die damals erst drei Jahre alt war, fehlt seither jede Spur. Inzwischen müsste sie 15 sein. (dpa)




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