Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 10.08.2019


Exklusiv

Zwei Freier bei Razzia in Innsbrucker Hotel in flagranti erwischt

Bei einer Kontrolle in einem Innsbrucker Hotel wurden jetzt mehrere Frauen wegen illegaler Prostitutionsausübung angezeigt.

In einem Innsbrucker Hotel wurden zwei Prostituierte in flagranti mit Freiern ertappt. Drei Kolleginnen standen Schmiere.<span class="TT11_Fotohinweis">Symbolfoto: AP</span>

© APIn einem Innsbrucker Hotel wurden zwei Prostituierte in flagranti mit Freiern ertappt. Drei Kolleginnen standen Schmiere.Symbolfoto: AP



Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Die Mitarbeiter des Innsbrucker Innenstadthotels wunderten sich. Und zwar über die zahlreichen Männer, die seit der Ankunft von sechs Rumäninnen im altehrwürdigen Haus ein- und ausgingen. Ein Fall für die Polizei, befanden die Angestellten. Ein Anruf bei der Polizeiinspektion Innere Stadt am späten Dienstagabend war die Folge.

Wenig später klopften die Beamten an die Türen der beiden Zimmer, die die Rumäninnen gebucht hatten. Als die Damen öffneten, war das Rätsel um die Männerbesuche gelöst: „Zwei Freier befanden sich in den beiden Zimmern“, schildert Florian Greil, Leiter des Innsbrucker Strafamtes (Landespolizeidirektion). Der Grund für deren Anwesenheit war rasch klar – ein Gast konnte sich angesichts der Uniformierten gerade noch das Unterhemd überstreifen.

Für die beiden Freier wird der Besuch bei den Rumäninnen ein besonders teures Vergnügen: Neben dem Liebeslohn werden sie jetzt auch vom Strafamt zur Kassa gebeten. „Die Männer, die in Tirol einen ordentlichen Wohnsitz haben, müssen mit Strafen von je 600 Euro rechnen“, erklärt Greil. Dazu droht weiteres Ungemach, wenn der Postler mit dem RSa-Brief samt Erlagschein an der Wohnungstür klingelt.

Von den sechs Hotelgästen aus Rumänien waren bei der Polizeikontrolle zunächst nur fünf anwesend. Die Sechste hatte Glück, war auf einem nächtlichen Spaziergang und kam so ungeschoren davon. Die beiden Rumäninnen mit dem Herrenbesuch wurden wegen illegaler Prostitutionsausübung angezeigt. „Sie erhielten noch an Ort und Stelle einen Strafbescheid über 670 Euro“, sagt Greil. Die drei Landsfrauen müssen ebenfalls zahlen. „Wegen Beihilfe zur illegalen Prostitution“, erklärt der Strafamtsleiter. Der Grund: Die Frauen standen während des Schäferstündchens ihrer Zimmergenossinnen Schmiere.

Eine der Prostituierten hatte doppeltes Pech: Die amtsbekannte Osteuropäerin ist bereit im Juli als Prostituierte überführt werden. Die damals verhängte Geldstrafe wurde am Mittwoch um Mitternacht rechtskräftig. Da die Kontrolle zu diesem Zeitpunkt noch im Gang war, wurde die Frau sofort zur Kasse gebeten.

Wie die Ermittlungen weiters ergaben, nützten die Frauen einschlägige Internetseiten, um ihre Dienste in Innsbruck zu bewerben. So dürften auch die beiden erwischten Freier auf das illegale Angebot aufmerksam geworden sein.

Insgesamt – so ergaben kürzlich die Erhebungen des Strafamtes – sind es zeitweise bis zu 35 Prostituierte, die auf diese Weise in Innsbruck ihrem verbotenen Job nachgehen. Meist nützen sie Hotels und Wohnungen für das Rotlicht-Gewerbe.