Letztes Update am Mo, 12.08.2019 12:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

„Notwendiges Vertrauen fehlt“: Hamburger LKA-Chef abgesetzt

Nach dem Ermittlungsdebakel um die Polizeieinheit „Cold Cases“ und Kritik am Führungsstil der Hamburger LKA-Leitung wurde Frank-Martin Heise vom Polizeipräsidenten des Amtes enthoben.

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Hamburg – Der Hamburger Polizeipräsident Ralf Martin Meyer hat den Leiter des Landeskriminalamtes, Frank-Martin Heise, seines Amtes enthoben. „Mir als Amtsleitung fehlt das notwendige Vertrauen für eine weitere Zusammenarbeit“, heißt es in einem internen Schreiben Meyers an seine Kollegen, das am Montag bekannt wurde. Zuvor hatten mehrere Hamburger Medien über die Absetzung berichtet.

Hintergrund ist unter anderem die Affäre um die Polizeieinheit „Cold Cases“. Das Landgericht Hamburg hatte dieser Einheit vergangenes Jahr schwere Fehler bei Ermittlungen zu einem versuchten Mord vor 38 Jahren vorgeworfen und den Angeklagten freigesprochen.

Kritik am Führungsverhalten des LKA-Chefs

Nach diesem Freispruch hatte die Polizei die Vorwürfe prüfen lassen, der Polizeipräsident hatte dazu eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe zeigten nun, dass das Führungsverhalten des LKA-Chefs insgesamt zu erheblicher Kritik geführt habe, heißt es in dem Schreiben des Polizeipräsidenten.

Bei dem Fall ging es um die versuchte Ermordung und Vergewaltigung einer 16-Jährigen am 1. November 1980. Die Sonderkommission hatte Anfang Februar 2018 einen 54-Jährigen festgenommen, der dann im Oktober 2018 freigesprochen wurde.

In der mündlichen Urteilsbegründung kritisierte das Landgericht, Zeugen seien getäuscht worden, die Sonderkommission habe den Hauptbelastungszeugen mit einer Belohnung zur Aussage bewegt, das Opfer habe den Angeklagten nur aufgrund einer suggestiv zusammengestellten Fotoserie mit Bildern mehrerer Männer identifiziert. (dpa)