Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 17.08.2019


Reutte

Bleifuß mit 140 km/h in Reuttener Mühler Straße gemessen

Das 40-km/h-Limit in der Mühler Straße wird von 90 % der Autofahrer missachtet. Abends und nachts wird besonders aufs Gaspedal gedrückt.

Der Radfahrer in der Mühler Straße wird seine Geschwindigkeit von 67 km/h kaum glauben können (ausgelöst von einem Pkw hinter ihm).

© Mittermayr HelmutDer Radfahrer in der Mühler Straße wird seine Geschwindigkeit von 67 km/h kaum glauben können (ausgelöst von einem Pkw hinter ihm).



Von Simone Tschol

Reutte – Vom Verkehrslärm genervt sind die Anrainer in der Mühler Straße schon lange. Neben dem hohen Verkehrsaufkommen durch Pendler (die Straße führt vom Zentrum der Marktgemeinde direkt zum Plansee-Werk) und dem privaten Zubringer- und Abholdienst beim angrenzenden Schulzentrum sind es vor allem die Raser, die das Fass im Frühjahr zum Überlaufen brachten. Mehrere Anwohner wurden bei Bürgermeister Alois Oberer vorstellig, und baten ihn, Maßnahmen gegen die Raser zu setzen.

Daraufhin wurde neben der Tempoanzeige mit Smiley kurz nach der Ortstafel Richtung Reutte eine zweite – auf Höhe der Firma Schmidt’s Erben – installiert. Hier gilt das generelle Tempolimit des Gemeindegebiets von 40 km/h.

Erste Auswertungen im April waren ernüchternd. Für den Smiley gab’s nur selten Grund zu lachen. 32.000 Fahrzeuge wurden gemessen. Laut Marktgemeinde haben davon nur zehn Prozent die maximal zulässige Geschwindigkeit von 40 km/h eingehalten. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 51 km/h. Wie Gemeindeamtsleiter Sebastian Weirather gegenüber der TT erklärt, werde bei Tempo 40 generell 50 gefahren. Es gebe auch über die Wochentage verteilt keine signifikanten Ausreißer. 85 Prozent aller gemessenen Fahrzeuge fuhren langsamer als 57 km/h. Jedoch sei festzustellen, dass das Tempo der Verkehrsteilnehmer in den Abend- und Nachtstunden deutlich höher sei als untertags. „Im April lag die Höchstgeschwindigkeit bei 99 km/h. Inzwischen wurde dort sogar ein Top-Speed von 140 km/h gemessen“, sagt Weirather und schüttelt den Kopf: „Nicht auszudenken, was da alles passieren könnte.“

Sind die Messergebnisse dauerhaft hoch, werden die Daten für weitere Maßnahmen der Polizei übermittelt.

Einen fixen Radarkasten zu installieren, bringe laut Weirather nichts: „Da bremsen die Leute vorher kurz ab und geben dann wieder Gas.“

Von Breitenwang kommend ist beim Ortsschild die 40er-Beschränkung mit dem Zusatz „ausgenommen Vorrangstraße“ ausgeschildert. Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Zwar haben die Querstraßen Nachrangtafeln, die Mühler Straße selbst ist jedoch nicht speziell als Vorrangstraße gekennzeichnet und damit nur eine Hauptstraße im Gemeindegebiet. Es gilt Tempo 40.




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