Letztes Update am Sa, 17.08.2019 09:08

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Afrika

Piraten überfielen deutsches Frachtschiff vor Küste Kameruns

Acht der zwölf Besatzungsmitglieder wurden nach Angaben der Reederei MC-Schiffahrt aus Hamburg entführt. Auch auf einem zweiten Schiff gab es Entführungen.

(Symbolfoto)

© AFP(Symbolfoto)



Yaounde – Vor der Küste Kameruns haben Piraten ein deutsches Frachtschiff überfallen und nach Angaben der Reederei acht der zwölf Besatzungsmitglieder entführt. Wie das Hamburger Unternehmen MC-Schiffahrt am Freitag auf seiner Website mitteilte, überfielen die Piraten am späten Mittwochabend das Schiff „MarMalaita“. Die Reederei machte keine Angaben zur Staatsbürgerschaft der entführten Seeleute.

Das International Maritime Bureau (IMB) teilte mit, es habe in den vergangenen Tagen Piraten-Überfälle auf zwei Schiffe vor der kamerunischen Küste gegeben. Neben dem deutschen Schiff sei auch ein griechisches in den Gewässern vor der kamerunischen Millionenstadt Douala angegriffen worden. Insgesamt seien dabei innerhalb weniger Stunden 17 Menschen entführt worden.

Warnung an Schiffe

Das IMB erfasst Vorfälle und Daten zur Kriminalität auf den Meeren. Nach seinen Angaben fährt die „MarMalaita“ unter der Flagge des Karibikstaates Antigua und Barbuda. Das IMB sprach eine Warnung an alle Schiffe an der Küste vor Douala aus.

Kamerunische Behörden bestätigten die Entführung von insgesamt 17 Seeleuten. Nach Angaben aus kamerunischen Marinekreisen handelt es sich dabei mutmaßlich um acht Ukrainer und neun Chinesen. Aus den Marinekreisen verlautete ferner, die Entführer seien „wahrscheinlich nigerianische Piraten“. Kamerunische Einsatzkräfte fahndeten nach den Tätern, hieß es.

Nach IMB-Angaben hat sich der westafrikanische Golf von Guinea in den vergangenen Jahren zum internationalen Brennpunkt von Piraten-Angriffen entwickelt. Von den insgesamt 75 Seeleuten, die weltweit in der ersten Hälfte dieses Jahres als Geiseln genommen wurden, wurden laut IMB 62 im Golf von Guinea entführt. (APA/AFP)