Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 21.08.2019


Gerichtssplitter

Nach Krampuslauf mit Baseballschläger auf Fahrgast eingeschlagen: Urteil

Landesgericht Innsbruck.

© TT/Thomas BöhmLandesgericht Innsbruck.



Bei Krampusumzügen kann es auch derb zugehen. Im Dezember trank das Mitglied eines Krampus­vereins aber gleich so einen über den Durst, dass ein massiver Streit mit einem Taxifahrer folgte. Dieser eskalierte vor einer Diskothek und endete für den Krampus in Zivil böse. Laut Anklage war der Taxiinhaber nämlich dem Fahrer zu Hilfe geeilt — und zwar mit einem Baseballschläger in der Hand. Schläge gegen Oberschenkel, Rücken und Schulter sowie Fußtritte gegen das Gesäß hinterließen beim Zottler multiple Prellungen und Hämatome. Dazu wurde auch noch eine Lockerung von drei Frontzähnen mit Riss der Zahnkronen festgestellt.

Dass er für Letzteres durch wuchtige Faustschläge verantwortlich sei, bestritt gestern am Landesgericht wiederum der Türsteher der Diskothek. Ein Zeuge soll noch bestätigen, dass der Verletzte vom Türsteher höchstens geschupft und nicht geschlagen worden war. Urteile ergingen jedoch schon gestern über den Taxibetreiber und dessen Fahrer. Sieben Monate bedingte Haft und 3600 Euro Geldstrafe setzte es für den Baseballschlägereinsatz.

Ja, und der Taxifahrer bezahlte falsche Beweisaussage mit 960 Euro Geldstrafe. Obwohl ja alles vor seinen Augen abgelaufen war, wollte er den Baseballschläger in der Hand seines Chefs nämlich nicht einmal bemerkt haben.

Jugendtarif kam 32-Jährige teuer

Auch das Erschleichen eines Handy-Jugendtarifs ist letztlich kein Kavaliersdelikt. So sparte sich eine 32-Jährige unter der Falschangabe, Mutter eines Neunjährigen zu sein, mitsamt Handy und Tarif über sieben Monate immerhin 852 Euro. Auf schweren Betrug lautete so die Anklage. Der einmalige Ausrutscher der bislang Unbescholtenen endete letztlich aber mit einer Diversion samt Probezeit. (fell)