Letztes Update am Fr, 06.09.2019 10:22

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Toter Wolf im Sellrain: 11.000 Euro Ergreiferprämie ausgesetzt

WWF und Naturschutzbund wollen damit die Ermittlungen der Polizei unterstützen. Ende Juli hatte ein Wilderer einen Wolf im Sellrain erschossen und den Kopf abgetrennt.

Der Tierkadaver wurde DNA-Tests unterzogen.

© Polizei TirolDer Tierkadaver wurde DNA-Tests unterzogen.



Innsbruck – Ende Juli wurde der Kadaver eines Wolfes im Sellrain gefunden. Der Kopf war abgetrennt. Von dem Wilderer fehlt noch immer jede Spur. Um die Ermittlungen der Polizei zu unterstützen haben WWF Österreich und Naturschutzbund Österreich eine Ergreiferprämie von 11.000 Euro ausgesetzt. Das teilten die Naturschutzorganisationen in einer Aussendung am Freitag mit.

„Umweltverbrechen müssen konsequent verfolgt und geahndet werden. Mit der Prämie wollen wir die Aufklärungsarbeit der Polizei unterstützen“, sagte Christian Pichler vom WWF. Der Abschuss des Wolfes sei kein Kavaliersdelikt. Es gehe nämlich um mehrere Delikte: Eingriff in fremdes Jagdrecht, Tötung eines besonders geschützten Tieres, Tierquälerei und diverse Verwaltungsstraftaten. „Erfahrungswerte zeigen, dass dieser Anreiz (Ergreiferprämie, Anm.) zusätzliche Hinweise und neue Ermittlungsstränge für die Polizei liefern kann.“ Eine Prämie habe zum Beispiel nach einem Luchs-Fund 2015 zur Ergreifung eines Ehepaares geführt.

„Abrüstung der Worte“ gefordert

„Illegale Verfolgung durch den Menschen ist immer noch die größte Bedrohung für streng geschützte Tierarten wie Wolf, Luchs, Bär und Seeadler“, erklärten WWF und Naturschutzbund in der Aussendung. Die Organisationen sehen nun Politik und Gesellschaft gefordert, anders als bisher mit der natürlichen Rückkehr des Wolfs umzugehen. „Wir brauchen dringend eine Abrüstung der Worte. Anstatt Ängste zu schüren, müssen betroffene Landwirte ausgewogen informiert und Herdenschutzlösungen vorangetrieben werden“, forderte Pichler. Der Wolf sei weder Bestie noch Kuscheltier, sondern eine europarechtlich streng geschützte Art: „Seine Rückkehr erfordert daher naturschutzfachlich korrekte und rechtskonforme Maßnahmen, wie sie in Nachbarländern erfolgreich praktiziert werden.“

Sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung und Verurteilung des Wilderers führen, können ab sofort an die zuständige Polizeiinspektion Kematen gerichtet werden. (TT.com)

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