Letztes Update am Fr, 06.09.2019 12:55

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Philippinen

Baby im Handgepäck versteckt: Ermittlungen gegen Amerikanerin

Einer 43-Jährigen wird auf den Philippinen Menschenhandel, Kindesmissbrauch und Entführung vorgeworfen. Die Frau wollte den Säugling aus

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© APA/dpa/Rumpenhorst(Symbolfoto)



Manila – Sie versteckte einen erst wenige Tage alten Jungen in ihrer Tasche und wollte wohl von den Philippinen in ihre Heimat USA fliegen - nun muss sich eine 43-jährige Frau dafür verantworten. Die philippinische Bundespolizei NBI wirft der US-Amerikanerin Menschenhandel, Kindesmissbrauch und Entführung vor, wie die Behörde am Freitag mitteilte. Eine Anklage ist noch nicht formell erhoben worden.

Die Frau war am Mittwoch am Flughafen der philippinischen Hauptstadt Manila festgenommen worden, als sie am Abflug-Gate auf eine Maschine in die USA wartete. Sie hatte das Kind nach Angaben der Ermittler weder bei den Kontrollen am Flughafen vorgezeigt, noch hatte sie gültige Papiere für das Baby dabei. „Die Situation des Kindes muss während der Zeit, als es in dieser Tasche steckte, sehr schwierig gewesen sein“, sagte Polizeisprecherin Auralyn Pascual am Freitag.

Kontakt über das Internet

Bei der Frau aus dem US-Bundesstaat Ohio handele es sich nicht um die Mutter des Kindes. Diese habe aber einer Adoption zugestimmt, nachdem die beiden Frauen sich über das Internet kennengelernt hatten, sagte die US-Amerikanerin laut Ermittlern aus.

Sie sei bereits Mitte August auf die Philippinen gereist und habe die Tage rund um die Geburt mit der Mutter verbracht. Kontakt zu der anderen Frau bestehe derzeit nicht, teilten die Ermittler mit. Die Amerikanerin habe einen nicht unterschriebenen Brief der Mutter vorgelegt, hieß es weiter.

Das Baby war zunächst in die Obhut eines staatlichen Rettungsdienstes gekommen. Nach philippinischem Recht müssen Kinder eine offizielle Erlaubnis dabei haben, wenn sie ohne Begleitung ihrer Eltern das Land verlassen.

Aus Südostasien werden Kinder häufiger zur Adoption in die USA oder nach Europa vermittelt, was teils auch illegal geschieht. Auf den Philippinen ist Menschenhandel ein Problem. Meist sind die Opfer aber Mädchen und junge Frauen, die als billige Arbeitskräfte für Privathaushalte oder als Prostituierte ins Ausland gebracht werden. (dpa)