Letztes Update am Mo, 09.09.2019 06:50

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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Zwischen Kunst und Ärgernis: Graffiti als Vandalenakt

(Symbolfoto)

© HNRX/Raphael Pöham(Symbolfoto)



Manche werden über diesen Titel entsetzt sein. Etwa Künstler, die grenzgenial und rücksichtslos sind. Graffiti, genetisch aus dem italienischen Graffito, bedeutet „mit dem Griffel kratzen“. Heute wird der Begriff für gesprühte Bilder, Schriftzüge und Zeichen an Wänden im privaten und öffentlichen Raum verwendet.

Die moderne Form des Graffiti entstand in den 70er-Jahren in New York. Es galt als Jugendkultur. Daraus wurde „Street Art“, die in einzelnen Fällen am Kunstmarkt Millionenpreise erzielte.

Ich erinnere mich an die Berliner Mauer vor der Wende. Im Westteil der Stadt erschien sie durch Graffitis ein wenig menschlicher. Leider hat sich diese Kunstform später dann auch zu einer Variante des Vandalismus entwickelt. Es ist ein Schaden in Millionenhöhe, den Sprayer jedes Jahr in Österreich anrichten. Bei den ÖBB soll die Reinigung von besprayten Zügen 1,5 Millionen Euro pro Jahr kosten. Nun hat uns der Besitzer eines Stadthauses im Zentrum von Innsbruck seine Not geklagt. Der Mann leidet besonders, weil er ein Herz für anspruchsvolle Graffiti-Kunst hat. Ihn aber kostete die Beseitigung von simplen Schmierereien Nerven und Tausende Euro. Ratschläge zur Entfernung und Vorbeugung gibt es viele: „Anwendung von Trockeneis“, „Anti-Graffiti-Anstriche“, „Fassadenimprägnierung“, „permanente Schutzbeschichtung“, „grober Putz in bunten Tönen“. Auch Bewegungsmelder und begrünte Wände schrecken ab. Übrigens: Die Stadt Innsbruck genehmigt den Sprayern exklusive Wände zum Bemalen und Besprühen.


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