Letztes Update am Do, 19.09.2019 22:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Steiermark

Mann nach Schüssen auf Polizei in der Steiermark festgenommen

Ein 50-Jähriger feuerte am Donnerstagabend mehrfach auf einen Streifenwagen. Nach mehreren Stunden Verhandlungen ließ sich der Mann widerstandslos festnehmen.

Das Polizeiauto wurde mindesten von einem Schuss getroffen, verletzt wurde niemand.

© APADas Polizeiauto wurde mindesten von einem Schuss getroffen, verletzt wurde niemand.



Gnas – Ein 50-jähriger Mann aus Gnas im Bezirk Südoststeiermark hat Donnerstagabend erst sich selbst umbringen wollen und dann auf eine eintreffende Polizeistreife geschossen. Der Wagen wurde zumindest einmal getroffen, ehe ein Großeinsatz anlief. Die gerufene Verhandlungsgruppe redete danach auf den Verdächtigen ein. Er ergab sich schließlich und wurde festgenommen.

Gegen 18.00 Uhr soll sich der Verdächtige mit einer Faustfeuerwaffe zu Hause hingesetzt und gegenüber seiner Lebensgefährtin mit Suizid gedroht haben. Die Frau rief die Polizei und flüchtete. Als eine Streife beim Wohnhaus eintraf, schoss der 50-Jährige vom Balkon auf das Fahrzeug der Beamten. Sofort wurde Verstärkung alarmiert. Die Sondereinheit Cobra rückte an. Währenddessen schoss der Mann etwa 30 Minuten lang immer wieder herum. Am Abend war noch nicht klar, wie oft er etwas getroffen und beschädigt hat.

Nach dem Eintreffen der Verhandlungsgruppe verwickelten die Spezialisten den 50-Jährigen ins Gespräch. Sie bewegten ihn schließlich kurz nach 21.00 Uhr, sich zu ergeben. Er ließ sich daraufhin widerstandslos festnehmen, sagte Polizeisprecher Leo Josefus. Der Verdächtige war den örtlichen Beamten offenbar bekannt, aber nicht als gewalttätiger Mann. Dem Vernehmen nach soll er bereits zuvor in einer Nervenklinik in Behandlung gewesen sein. Details waren aber Donnerstagabend noch nicht bekannt.

Die Tatortgruppe hat noch in den Nachtstunden die Untersuchung des Zweifamilienhauses begonnen. Hintergründe dürften wohl erst nach der Vernehmung des Verdächtigen Freitagfrüh ans Licht kommen. (APA)