Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 21.09.2019


Österreich

Gewaltschutz ernster nehmen



Am Forum der Staatsanwälte in Kössen diese Woche schockierte die Geschäftsführung der Österreichischen Frauenhäuser mit Zahlen zu Frauenmorden. Nicht nur, dass Österreich 2018 mit 41 Morden EU-Spitzenreiter war, passierten heuer bis Juli bereits wieder 14 Frauenmorde. SPÖ-Landesfrauenvorsitzende NR Selma Yildirim fordert darauf weiter, Gewaltschutz und Täterarbeit ernster zu nehmen: „In Tirol stehen nicht genügend Frauenhausplätze zur Verfügung, das Oberland ist gänzlich unterversorgt. Auch Anträge zu Anti-Gewalt-Trainings wurden von der türkis-blauen Regierung auf die lange Bank geschoben." Laut Yildirim kämpfen die SPÖ-Frauen seit Jahren für mehr Schutz von Frauen und Kindern. Auch nach Eröffnung des neuen Frauenhauses in Tirol würden 20 Plätze fehlen: „Hier wurde offenbar aus ideologischen Gründen verzögert — ein unhaltbarer Zustand!

Zur erneut kolportierten Schließung von Bezirksgerichten, in denen im letzten TT-Interview auch Justizminister Clemens Jabloner Einsparungspotenzial sah, meldete sich NEOS-NR-Spitzenkandidat und Anwalt Johannes Margreiter zu Wort. Entscheidend seien nicht Gerichtsstandorte. Durch eine Neuregelung der Gerichtszuständigkeiten könne aber gespart und der Zugang zum Recht erleichtert werden. Zivil- und Strafsachen könnten konzentriert, Familienrecht müsse aber über Servicestellen engmaschig betreut werden. (fell)